. Zum Volleyball-Beachfest im Juni riss Manuela Wohlgemuth um 23.30 Uhr endgültig der Geduldsfaden. Sie griff zum Telefon und rief Bürgermeister Wolfgang Krakow (SPD) zu Hause an. Doch der Bürgermeister schlief bereits, seine Frau ging an den Hörer. Zuvor hatte Manuela Wohlgemuth schon ein paar Mal bei der Polizei angerufen. Sie wollte nur eins: endlich Ruhe.
Schon seit Jahren fordern Marktplatz-Anwohner von den Festveranstaltern mehr Rücksichtnahme. Dieter Warsow beschwerte sich bei Bürgermeister Wolfgang Krakow im September 2005 wegen "außergewöhnlich hoher Lautstärke" schriftlich. Auch der Schalldruck der Lautsprecher bereitete ihm Sorgen. Die laut hallenden Töne seien in hohem Maße für die Baustubstanz schädlich und für die Anwohner einfach eine Zumutung, schrieb Warsow. Er musste sich 2007 ein zweites Mal an der Bürgermeister wenden, ehe vor seinem Fachwerkhaus in der Brüderstraße zu den Blasmusiktagen keine Bühne mehr aufgebaut wurde. Ab 2008 war Ruhe vor seiner Haustür.
Karl-Heinz Busse schrieb im Mai 2005 an den Landkreis und beschwerte sich über "Lärmbelästigung durch Veranstaltungen im Bereich des Marktes". Als Antwort erhielt er von der Behörde: "Für den Schutz der Nachtruhe liegt die Zuständigkeit bei den örtlichen Ordnungsbehörden, in diesem Fall bei der Stadt Angermünde."
Doch an die Stadt hatte sich Karl-Heinz Busse bereits 2004 gewandt und erklärt: "Wer hier nicht wohnt, kann es nicht nachvollziehen, wie das Wohlbefinden beeinträchtigt wird." Ohne größeren Erfolg. Eine Unterschriftenaktion war ins Leben gerufen worden, die nun neu belebt werden soll. Manuela Wohlgemuth: "Wir wollen wieder Unterschriften sammeln." Nach ihren Worten sollten die Feste nicht in der Altstadt, sondern auf dem Gewerbegebiet oder im Strandbad Wolletzsee stattfinden.
Die Festveranstalter werben indes jedes Jahr bei den Anwohnern um Verständnis. "Die Durchführung der 17. Uckermärkischen Blasmusiktage bringt gerade für Sie als Anwohner wieder besondere Belastungen mit sich", so der Förderverein Blasmusiktage in diesem Jahr. "Wir bitten Sie um Verständnis für die damit verbundenen Probleme." Der Verein Bildung, Sport, Freizeit erklärte vor dem Volleyball-Beachfest gegenüber den Anwohnern: "Für die Ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten laden wir Sie herzlich ein, an unserer sommerlichen Veranstaltung teilzunehmen."
Kommt man dieser Tage mit Gubenern ins Gespräch, hört man häufig vom Unmut darüber, dass die Stadtverordneten dem unter Korruptionsverdacht stehenden... mehr
Stadt weist im Streit zwischen Anwohnern der Konrad-Zuse-Straße und Gerüstbauer Schmalz Verantwortung von sich Der Streit zwischen Anwohnern der Konrad-Zuse-Straße... mehr
Gespräche mit Evangelischer Schulstiftung / Zwei Standorte werden diskutiert / Oberschulen fühlen sich vernachlässigt An Frankfurts Gymnasien ist es... mehr
