Wilhelmsaue (moz) Die Landwirte im Oderbruch kämpfen mit den Wassermassen. Die Vorfluter treten über die Ufer, weil das Abflusssystem überfordert ist. In Wilhelms- aue fürchtet Landwirt Manfred Wercham deshalb, seine Flächen auch künftig nicht mehr nutzen zu können.
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Ernte unmöglich, Aussaat in Gefahr: Lutz (links) und Manfred Wercham müssen diesen Winterweizen nahe des Jesargrabens stehen lassen. An eine Neubestellung ist dort auf längere Sicht nicht zu denken.
Die tiefen Spuren des Mähdreschers haben sich sofort mit Wasser gefüllt. Manfred Wercham, der gemeinsam mit Sohn Lutz bei Wilhelmsaue 287 Hektar bewirtschaftet, musste den Versuch beenden, den Winterweizen von einem Schlag am Jesargraben zu ernten. Die schwere Technik war im aufgeweichten Boden versunken. „Zum Glück haben wir in diesem Jahr schon den Großteil an Weizen drin. Aber die Sonnenblumen und der Mais, die wir in diesem Jahr auf den feuchteren Standorten zu stehen haben, die stehen im Wasser“, sagt der Wiedereinrichter. Die Einbußen seien noch nicht abzuschätzen. Große Ausfälle habe es beim Raps gegeben. Auf diesen Flächen wurden Sonnenblumen gedrillt.
Im Jesargraben, der die Flächen eigentlich entwässern soll, steht das Wasser so hoch, dass es auf die benachbarten Felder tritt. Eine ideale Situation für die dort lebenden Biber, die sich Tauchgänge aufs Weizenfeld gegraben haben und somit direkt zum Fraßparadies schwimmen können.
Gleich in der Nachbarschaft der Werchamer Flächen bietet sich ein Bild wie vor der Trockenlegung des Oderbruchs. Aus den Wasserflächen, die eigentlich einmal Weizen- und Dillfelder waren, ragen die Schilfinseln heraus, Rohrkolben haben sich angesiedelt und die Unken geben ein Konzert. „Wir müssen in kurzer Zeit auf unsere Flächen, um wieder Weizen zu drillen. Wir fürchten, dass daraus nichts wird“, sagt der Landwirt.
In seiner Not versucht Manfred Wercham eine Reihe von Schuldigen auszumachen. Da ist zum Beispiel das Wasserstraßenamt, weil es das Wehr Hohensaaten nicht tief genug einstellt und das Wasser unnötig zurückhält. Oder der Deichverband Gedo, der zwar die höheren Gebühren kassiert, aber nicht für den nötigen Abfluss sorgt. Und die Landespolitik, die das Grabensystem verkommen ließ und die Biber im Oderbruch schützt. Und nicht zuletzt habe das Einleiten von Wasser über die neue Verbindung in Güstebieser Loose dazu geführt, dass der Effekt aus der langen, trockenen Zeiten im Mai und Juni rasch wieder vernichtet war.
Axel Hulitschke, Verbandsingenieur des Gewässer und Deichverbandes erklärte, dass der Letschiner Bereich derzeit eine gute Vorflut habe. Eine Änderung am Wehr Hohensaaten würde dort gar keine Entlastung bringen. In punkto Gewässerunterhaltung sei der Gedo derzeit dabei, die zweite Krautung der Vorfluter durchzuführen. So wie geplant und abgestimmt. Tatsächlich sei vor allem in der trockenen Zeit Wasser über den Heber Reitwein ins Bruch geleitet worden. Dies aber auch in Übereinstimmung mit den Wünschen der Landwirte, die über die Dürreausfälle klagten.
Generell gebe es natürlich einen Mix von Ursachen für die aktuelle Misere auf den Feldern. In erster Linie sei daran der enorme Niederschlag schuld. Der Regen fällt auf gesättigten Boden, der damit immer mehr verdichtet wird. „Was jetzt vor allem helfen könnte, wären vier bis fünf Wochen Sonnenschein“, sagt der Verbandingenieur.
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Neueste Kommentare
22.05.2012 17:05:12 Siegrid Weihrauch
Ein Zeichen von Größenwahn
22.05.2012 17:00:08 Schönwalder
Böse
22.05.2012 16:56:06 Beobachter
Gut so!
22.05.2012 16:47:11 nebenbeibemerkt
Hier wird doch einfach....
22.05.2012 16:46:42 max
AUTO FFO