Niederfinow . Grundschüler und Eltern aus Niederfinow können beruhigt in die Ferien gehen. Es steht kein Schulwechsel an. Dies jedenfalls versicherte jetzt Brigitte Reibeholz, Hauptamtsleiteirn von Britz-Chorin-Oderberg. Im Hebewerkort kursierten Gerüchte, wonach die Niederfinower Kinder künftig in Oderberg die Schulbank drücken sollen.
2006 war die Grundschule Niederfinow geschlossen worden. Seither besuchen die Kinder aus dem Hebewerkort die Schule in Falkenberg im benachbarten Landkreis Märkisch-Oderland. Mit dem Beitritt der Gemeinden des ehemaligen Amtes Oderberg zum Amt Britz-Chorin hat sich die Schullandschaft im Verwaltungsbereich verändert. Das Amt ist nunmehr wieder Träger zweier Grundschulen: der Britzer und jener in Oderberg.
"Wir haben gehört, dass unsere Kinder perspektivisch nach Oderberg umgeschult werden sollen", hatte Mirko Funke, ein betroffener Vater aus Niederfinow und Elternsprecher, jüngst während der Gemeindevertretung erklärt. Entsprechende Signale gebe es aus der Gemeinde wie auch der Amtsverwaltung. Als Grund für den geplanten Wechsel könne man nur vermuten, dass der Schulstandort Oderberg mit Niederfinower Hilfe gesichert bzw. gerettet werden soll. Eine derartige Anordnung ginge nicht an. Funke appellierte an die Abgeordneten, den Willen der Eltern zu respektieren. Die Mütter und Väter sollten selbst entscheiden, wo ihre Sprösslinge lernen.
Für solche Gerüchte gebe es überhaupt keinen Anlass, erwiderte Bürgermeister Hartmut Teichmann. Im Amtsausschuss, in dem er selbst Mitglied ist, sei ein solches Thema nie behandelt worden. Unabhängig davon versicherte das Dorfoberhaupt: Sollten irgendwann einmal Veränderungen des Schulbezirkes angedacht werden, werde man selbstverständlich die Eltern dazu befragen.
Und auch Hauptamtsleiterin Brigitte Reibeholz stellte jetzt klar: "Die Gerüchte entbehren jeder Grundlage." Die Lage sei eindeutig. Niederfinow hat nach der Schließung der Schule im Ort eine Öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Falkenberg zur "Durchführung von Aufgaben der Schulträgerschaft" abgeschlossen.
Diese Vereinbarung sei zeitlich nicht befristet. Sie gelte, bis eine der beiden Vertragsparteien diese kündigt. Niederfinow kann dies laut Vereinbarung mit einer Frist "von einem Jahr zum Schuljahresbeginn". Das Amt und der Amtsausschuss hätten mit der Entscheidung der Niederfinower nichts zu tun. Ungeachtet der Festlegungen könnten Eltern, so Reibeholz, in begründeten Fällen einen Antrag ans Staatliche Schulamt auf eine Ausnahmegenehmigung stellen. So würden z. B. auch jetzt Kinder aus Niederfinow in Eberswalde lernen.
Auf Nachfrage zu Schulkosten teilte die Amtsverwaltung ferner mit, dass Niederfinow für 2008 an Falkenberg 398,24 Euro pro Schüler zu zahlen hatte. Für 2009 sind 534,48 Euro geplant. An der Oderberger Schule waren im vorigen Jahr 553,64 Euro pro Kind angesetzt. Eine Abrechnung liegt dort noch nicht vor.
2006 und 2007 gab es mit Falkenberg Differenzen zu den Kosten. "Dort haben wir die Rechnungen nicht im vollen Umfang beglichen, sondern nur jenen Betrag, der aus unserer Sicht eindeutig und korrekt ist", sagte Reibeholz.
Seit 2008 gebe es keine Unstimmigkeiten mehr.
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