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Sven Klamann 24.08.2011 19:43 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Gebühren wichtiger als Hygiene

Eberswalde (MOZ) Für die kleinen bis mittleren Mülltonnen, wie sie vor allem in Eigenheimsiedlungen verwendet werden, bleibt es auch im Sommer beim dreiwöchigen Abfuhrturnus. Hygienische Bedenken spielen beim Kreis Barnim keine Rolle, das Interesse an bezahlbaren Gebühren schon.

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Es ist an jedem Abfuhrtag das Gleiche. Sabine Klein*, Mutter zweier Kinder, von denen eines noch Windeln trägt, schämt sich für den Zustand der Tonne, die ihre Familie nutzt. „Obwohl wir alle unsere Abfälle möglichst luftdicht verschließen, wimmelt es in unserem Hausmüll vor Maden und Fliegen“, sagt sie. Dies sei bisher bei sommerlichen Temperaturen immer so gewesen, obwohl sie peinlichst auf Sauberkeit achte und den Abfallbehälter nach jedem Entleeren gründlich abschrubbe. „Mir tun die Müllmänner leid, die das Zeug entsorgen müssen“, sagt die Eberswalderin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie findet, dass der Kreis seine Müllsatzung dringend überarbeiten sollte. „Im Sommer wären zwei Wochen Abstand zwischen den Müllabfuhren mehr als genug. Drei Wochen sind eine Zumutung“, urteilt sie.

Auch Katrin Straub aus Eberswalde, selbst Mutter zweier, allerdings schon größerer Kinder, kennt das Problem. „Wir haben nur Glück, dass unsere Jungs keine Windeln mehr brauchen“, sagt sie. Der 21-Tage-Turnus macht ihr aus einem anderen Grund zu schaffen – wegen der manchmal zu schnell vollen Tonne. „Da kommt uns gelegen, dass wir die Behälter von Oma und Opa mitnutzen dürfen, die nebenan wohnen“, verrät sie.

Platzprobleme kennt Elvira Behmler nicht, die in einem Wohnblock in Finow zu Hause ist. „Aber obwohl in unsere Tonne keine Windel entsorgt werden muss, ist der Gestank, der am Müllcontainerplatz im Sommer oft entsteht, wirklich gewöhnungsbedürftig“, sagt sie.

„Die Entsorgung des Hausmülls ist in der Satzung verankert“, erklärt Marianne Suntrup, Sprecherin der Barnimer Kreisverwaltung. Auch der Turnus der Entsorgung könnte nur mit Zustimmung der Kreistagsabgeordneten geändert werden, betont sie. Ein kürzerer Entsorgungsrhythmus setze voraus, dass mehr Fahrzeuge angeschafft und mehr Personal eingestellt werden müssten. Das treibe die Kosten ebenso nach oben wie der Umstand, dass bei einem Abholtermin alle zwei Wochen das Behältervolumen kleiner ausfallen würde. „Das bedeutet, dass die 240-Liter-Tonnen zum größten Teil ausgedient hätten und an ihrer Stelle zusätzlich kleinere Behälter anzuschaffen wären“, sagt Marianne Suntrup.

Das Argument der steigenden Kosten ist Sabine Klein* vertraut. Sie schaut ein wenig neidisch in den Nachbarkreis Märkisch-Oderland, der ein Entsorgungssystem nutzt, das dem der Müllmarken vor der Wende ähnlich ist. Die Tonnen dort werden am Müllauto gewogen, zu bezahlen ist neben einer Grundgebühr auf das Kilo genau der produzierte Hausmüll. „Solange bei uns noch Windeln anfallen, wäre die Müllabfuhr für uns eben teurer. Aber die Tonnen könnten häufiger geleert werden – und ich würde mich nicht mehr so ekeln“, sagt die Mutter aus Eberswalde.

Die Kreissprecherin verweist darauf, dass bei dieser Verfahrensweise die Fahrzeuge nicht ausgelastet wären. „Dies hätte wiederum einen erhöhten Kostenaufwand zur Folge und würde zu einer Erhöhung der Gebühren führen, die jeden träfe“, warnt Marianne Suntrup.

Allen um die Müllhygiene Besorgten rät die Kreissprecherin, für die Tonne einen schattigen Standort zu wählen, den Rand immer trocken und den Deckel geschlossen zu halten sowie Abfälle in Kunststoffbeutel zu packen. „Sägespäne binden Gerüche und Feuchtigkeit. Im Handel gibt es zudem Produkte mit einer madenhemmenden Wirkung“, sagt Marianne Suntrup.

*Name geändert

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