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"Nachterstedt ist nicht die Lausitz"

Frankfurt (Oder) . Von einer Neubewertung ehemaliger Bergbaugebiete im Land versprechen sich die Verantwortlichen der zuständigen Behörde keine neuen Erkenntnisse. Experten des Landesamts für Bergbau und Geologie, werden nach dem Unglück in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt" am Montag mit ihren Kollegen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt bei einem Treffen in Halle darüber beraten, ob alle Bergbaufolgelandflächen noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden. Diesen Vorschlag hatte Reiner Haseloff (CDU), Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, gemacht.

Der Präsident des Landesbergbauamts, Klaus Freytag, verspricht sich nicht sonderlich viel davon. "Das wird bis in den Herbst gehen, bis verlässliche Daten aus dem Unglück von Nachterstedt vorliegen", sagt Freytag und betont erneut, dass beide Länder nicht miteinander vergleichbar seien. "Im Gegensatz zu Brandenburg gibt es in Sachsen-Anhalt viele Kali- und Erzhalden." Flächen, von denen in Brandenburg eine Gefahr ausgehen würden, seien abgesperrt. "Und selbst wenn wir das aus Sicherheitsgründen machen, wird uns vorgeworfen, die touristische Entwicklung zu behindern", klagt der Präsident des Landesbergamts.

In den Lausitzer Tagebauregionen aber macht sich Unsicherheit breit. "Bei besteht fast das gesamte Territorium aus Alt- und Resttagebauen", sagt Elisabeth Mühlpforte, parteilose Bürgermeisterin von Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz). Das Rathaus der 17 500-Einwohner-Stadt beschäftigt sogar eine Mitarbeiterin, die in Kontakt steht zur für die Sanierung ehemaliger Abbaugebiete zuständigen Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). "Ich vertraue der LMBV, sie kontrolliert das Gelände mit Nachdruck", lobt die Bürgermeisterin. Dennoch gebe es in Lauchhammer immer wieder Stellen mit Setzungserscheinungen - beispielsweise an der Leichenhalle des Friedhofs, an der sich Risse gebildet haben.

Auch Anwohner des Ortsteils Kostebrau seien beunruhigt. "Die Häuser stehen relativ nah am ehemaligen Tagebau", stellt die Bürgermeisterin fest. "Die Leute haben gerade jetzt, wo das Dorferneuerungskonzept erarbeitet wird, eine Reihe von Fragen."

Die Sorgen sind aus Sicht von Landesbergamt-Präsident Freytag unbegründet. "Nachterstedt ist nicht die Lausitz", sagt Freytag mit Nachdruck. Kostebrau sei wunderbar saniert, sogar der Mauersegler habe auf Drängen der Naturschützer seinen Platz gefunden. "Ich vertraue dem Lausitzer Bergmann", betont Freytag. In die Sanierungsmaßnahmen würden aktuellste Forschungsergebnisse von Fachhochschulen und Universitäten einfließen.

Beim Treffen in Halle kann es Freytag zufolge nur um erste Mutmaßungen gehen. "Und um die Frage, ob unsere Fachleute zur Aufklärung des Unglücks beitragen können."

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