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22.06.2011 06:13 Uhr - Aktualisiert 22.06.2011 06:13 Uhr

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Rheinsberg: Freke Over will alte Bäume schützen

Rheinsberg . Rheinsberg (hr) – Falsch platziert sieht der Stadtverordnete Freke Over (Die Linke) die künftigen Bushaltestellen an der Dr. Martin-Henning-Straße. Er hofft, dass der Landesbetrieb für Straßenwesen noch einlenkt. Doch danach sieht es bislang nicht aus.

  Freke Over zeigt den von ihm gewünschten Haltestellen-Standort am Schillerplatz. © Rudolph

Im kommenden Jahr will das Land die stark lädierte Bundesstraße 122 im Bereich der Dr.-Martin-Henning-Straße ausbauen. Die politischen Gremien der Stadt haben sich längst mit den Plänen beschäftigt. Auch die Träger öffentlicher Belange wurden beteiligt.

Zwei sich gegenüber liegende Bushaltestellen sollen nach den Wünschen des Landes in Höhe des verwilderten Parks angelegt werden. In der Mitte ist eine Verkehrsinsel geplant. Dadurch würde die Straße deutlich verbreitert, was zur Folge hätte, dass mehrere alte Bäume gefällt werden müssten. Diese Pläne waren schon dem Regionalchef des Naturschutzbundes Nabu, Bernd Ewert, aufgestoßen. Im Januar hatte er gefordert, dass die gesunden und besonders alten Gehölze erhalten werden.

Am Mittwoch erinnerte Freke Over daran, dass auch die Stadtverordneten zu bedenken gegeben hatten, „die Notwendigkeit der Baumfällungen nochmals zu prüfen“. Zudem sei die Bushaltestelle am völlig falschen Platz geplant. Außerdem werde die Mittelinsel unverhältnismäßig teuer. Over: „Sinnvoll wäre eine Haltestelle am Ortsausgang. Dort könnten auch die Kinder aus der Straße Am Wald zusteigen.“ Stadteinwärts empfiehlt Over einen Haltepunkt am Schillerplatz. Auf diese Weise würden die Urlauber aus dem behindertengerechten Hotel „Haus Rheinsberg“ der Donnersmarck-Stiftung bedient.

Over betonte, die Ostprig-nitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP), deren Busse die Haltestellen anfahren, sei ebenfalls nicht mit den geplanten Standorten einverstanden. Das habe er über einen Dritten so gehört. Allerdings bestätigte der zuständige Neuruppiner ORP-Niederlassungsleiter Henri Kmoschek dies nicht. Er sagte lediglich: „Das Verfahren läuft noch. Wir haben uns im Rahmen der Trägerbeteiligung bereits schriftlich geäußert. Eine öffentliche Stellungnahme dazu werden wir nicht abgeben.“

Das Rheinsberger Bauamt hält Overs Kritik nur teilweise für gerechtfertigt. Die stellvertretende Amtsleiterin Anja Holtz-Baumert sagte: „Die Mittelinsel zwischen den Haltestellen ist auch nicht unsere Wunschvariante. Doch das Land hält an seinen Vorgaben fest. Wir haben alles uns Mögliche versucht.“ Der Standort am Park sei indes „ganz bewusst gewählt“. Die Kinder aus dem nahen Wohngebiet am Kölpinweg hätten auf diese Weise täglich nur eine kurze Wegstrecke zur Schulbus-Haltestelle zurückzulegen. Daher habe ihre Behörde „diesen Platz für die Bushaltestelle favorisiert“. Was die Urlauber im Donnersmarck-Hotel betrifft, habe ihre Behörde „auch schon darüber nachgedacht, ob der Bus direkt auf das Hotelgelände fahren könnte“. Bisher stellt der spitze Winkel von der B 122 zur Schillerstraße aus Richtung Zechlinerhütte eine große Schwierigkeit für Busse dar. Doch die Einmündung werde ohnehin entschärft, sagte Holtz-Baumert. Die Abfahrt werde rechtwinklig gestaltet.  Allerdings hält die Fachfrau es für „fraglich, ob der Linienbus tatsächlich die Klientel der Hotelgäste bedienen kann“. Darüber werde sicherlich noch zu diskutieren sein, wenn es um die Zukunft des Rheinsberger Seenbusses geht.

Over hofft, dass seine Anregungen berücksichtigt werden.  Es ist übrigens noch nicht sicher, ob die Straße tatsächlich ab dem Frühjahr 2012 gebaut werden kann. Zunächst hat die Stadt dafür zu sorgen, dass der Kölpinweg als Umleitungsstrecke ausgebaut wird. Damit wurde bisher nicht begonnen.

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