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Lebuser Schatz im Museum zu sehen

Brandenburg an der Havel .

In die Lebenswelt der Germanen will das Archäologische Landesmuseum in Brandenburg an der Havel die Besucher am kommenden Freitag, am 7. August, entführen. Dann wird im Pauli-Kloster auch die nunmehr komplette Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

Ralf Zumpe hält ein Tablett mit eisernen Speerspitzen fest in beiden Händen. Auf dem Weg zur Vitrine schaut er vorsichtig nach unten, ein Stolpern wäre verheerend. Ringsherum wuseln Handwerker. Restaurator Zumpe hat selbst hunderte Funde in den vergangenen Jahren restauriert. Insgesamt 2000 Exponate - Keramik, Schmuck, Waffen, Ackergeräte - aus der Bronzezeit und der Germanen-Epoche in Brandenburg werden jetzt in zwei neuen Räumen im Archäologischen Landesmuseum präsentiert.

Sein zuletzt größtes Projekt war die Restaurierung des Hortfundes in Lebus. 106 Beile aus der Zeit um 900 vor Christus wurden dort beim Bau eines Einfamilienhauses im Jahr 2003 zufällig gefunden, jetzt ist ein Teil davon im Pauli-Kloster zu sehen. "Erst wurden die Stücke aufwändig gesäubert, dann mit einem Schutzüberzug aus Wachs und Lack konserviert", erzählt Zumpe, Mitarbeiter des Landesfundmagazins in Wünsdorf.

14 Millionen Exponate lagern in Wünsdorf. Doch die meisten seien kleine Tonscherben, die kaum ans Tageslicht gelangen, sagt der Landesarchäologe Franz Schopper, zugleich Leiter des Landesmuseums. So haben nur bedeutende Funde einen Platz in der Ausstellung. Ergänzt wird der Rundgang von vielen Schautafeln, Grafiken und Filmsequenzen.

"Beide Räume umfassen einen Zeitraum von 2500 Jahren, da müssen wir einiges ausblenden", sagt Schopper. Zu den Höhepunkten der Schau zählt die Bronze-Amphore von Herzberg (Prignitz). "Sie ist ein Beispiel für die Elitenbildung in der Bronzezeit", erklärt Schopper, der viele Jahre als Archäologe in Frankfurt (Oder) wirkte. Zudem ist auch ein 3000 Jahre alter bronzener Widder, der in Lossow, einem Ortsteil von Frankfurt (Oder), gefunden wurde, zu sehen. Ein besonderes Stück ist auch ein Potsdamer Bronzewägelchen.

"Die Bronzezeit war eine Blütezeit auf brandenburgischem Territorium. Es gab weiträumige Handelskontakte, eine dichte Besiedlung vor allem in der Lausitz und bedeutende Schätze", schwärmt Schopper. Ein Teil der Fundstücke sei gar nicht mehr im Land. So befindet sich der Goldschatz von Eberswalde als Teil der Beutekunst im Moskauer Puschkin-Museum. Dass die ebenfalls neue Abteilung von Funden aus der Eisenzeit in der Region als Germanen-Raum überschrieben wurde, sieht der Landesarchäologe skeptisch. Man könne zwar davon ausgehen, dass in der Region germanische Stämme gesiedelt haben, aber deren Herkunft sei zu komplex. Doch der Aufhänger war da: In diesem Jahr jährt sich die Varus-Schlacht im Teutoburger Wald zum 2000. Mal.

Neben Importen aus dem römischen Reich, darunter Frauenschmuck aus Silber und Gold, belegt das Museum auch die frühe Eisenverhüttung. In der Lausitz habe man bereits im dritten Jahrhundert die Erze von Wiesen verarbeitet. Die Metalle wurden auf Feuern geröstet, dann in mannshohen Öfen geschmolzen. "Im Tagebaugebiet Wolkenberg sind wir auf 170 Öfen gestoßen", sagt er.

Ab kommenden Freitag, dem 7. August, wird in dem für 14 Millionen Euro sanierten Kloster somit die Ausstellung komplettiert, 8000 Exponate aus 50 000 Jahren Brandenburger Kulturgeschichte sind zu sehen. Ein Großteil der Schau von der Steinzeit bis zur Neuzeit war im September eröffnet worden. Man sehe sich als "wichtige Ergänzung" zur Berliner Museenlandschaft, sagt Schopper.

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