. Althüttendorf Die "Gläserne Nacht" hat es ans Licht gebracht: Glück und Glas brechen nicht immer leicht, sondern sind - ganz im Gegenteil - von außerordentlicher Dauer.
Der Glashüttenverein hatte zur nunmehr schon dritten "Gläsernen Nacht" nach Neugrimnitz in die Glasstube eingeladen und erneut viele Gäste begrüßen können. Eingebettet in die Abendveranstaltung war die Finissage des Angermünder Glasgestalters Christian Breßler, dessen Ausstellung "Formensprache in Glas" überschrieben ist und am Sonntag zum letzten Mal zu sehen war.
Irene Richter vom Förderverein Grimnitzer Glashütten - Kultur- und Kommunikationsforum Schorfheide (KUKS) übernahm im Auftrag von Vereinsvorsitzenden Norbert Knabenbauer nicht nur die Begrüßung, sondern führte auch durch das Programm, das sie mit Gedichten, darunter auch eigenen, und Zitaten namhafter Geistesgrößen auflockerte. Wie eines von Theodor Fontane, dem wohl prominentesten Wanderer Brandenburgs. Der hatte beim Besuch einer damaligen Glashütte symbolisch seinen Hut gezogen: "Ich hatte mir die Glasherstellung etwas anders vorgestellt", offenbarte er, "und habe jedenfalls die größte Hochachtung vor diesen Leuten, die einen so unentbehrlichen Stoff herstellen." Zumindest Fontane hielt Glas zudem für wichtiger als Gold.
Christian Breßler beherrscht die Formensprache, was auch seine Werke in uckermärkischen Kirchen tun. Rund um Angermünde reizt es ihn besonders, wie er selbst sagt, alte Glasmalereien zu restaurieren. Der Künstler hat sich sein Rüstzeug an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein erworben und gibt sein Wissen auch gern an Lernende weiter. Lehrtätigkeiten in Angermünde und Schwedt gaben dazu Anlass.
Inzwischen hat die Ausstrahlung Neugrimnitzer Glases auch die Hauptstadt erreicht. Professor Eva Preuss, Chefin der "Glasbrücke Berlin", war der Einladung in die Grimnitzer Glasstube gefolgt. Sozusagen als große Schwester will die "Glasbrücke Berlin" für weiteren Aufschwung in dieser Kunstdisziplin sorgen. Gegründet 2006 als Glasbrücke Berlin - Stiftung für europäische Glaskunst, fördert die gemeinnützige Kulturstiftung Kunst, Kultur, Wissenschaft und Völkerverständigung. Die Stiftung will Talente fördern und zu Kreativität anregen. Sie möchte aber auch, wie Eva Preuss sagte, die spürbare Distanz der Glaskunst zur allgemeinen Gegenwartskunst überwinden helfen und dazu den nationalen wie internationalen Diskurs anstoßen.
So veranstaltet die Stiftung jährlich die Berliner Glasnacht begleitet von Musik. Parallelen zu Neugrimnitz werden spätestens hier sichtbar, denn mit der Gruppe "Noah Holley" ging es auch musikalisch in die Neugrimnitzer Nacht. Sängerin Anne Wohlgemuth erfreute mit einer starken Stimme. Ihr Sohn Noah (6) lieh seinen Vornamen der Band, den zweiten Teil steuerte Gitarrist Steve Holley bei. Die Zusammenarbeit zwischen der Glasstube Neugrimnitz und der Berliner Stiftung bietet sich auch aus einem anderen Grund an: Der Sitz der Stiftung befindet sich in der Glashütte Annenwalde bei Templin.
Die Veranstaltung weckte Appetit auf neues Glas. Vom 5. Bis zum 9. August gibt es die Angebote der Grimnitzer Glastage an der Glashütte in Joachimsthal.
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