Mittwoch, 23. Mai 2012

Frankfurt
klar
27°C/30°C

05.08.2009 07:11 Uhr

details/dg/0/

Dammbaumeister nervt Landwirte

Neuhardenberg/Seelow . Der Biber sorgt seit Jahren für Interessenkonflikte. Der Gewässer- und Deichverband Oderbruch (Gedo) ist der erste Wasser- und Bodenverband im Land, der sich speziell mit dieser Problematik beschäftigt und eine Bibermanagerin eingesetzt hat. Die Resonanz auf ihre Arbeit hat nach anfänglicher Euphorie deutlich nachgelassen.

  Biber-Werk: Antje Reetz an einem Damm, den der Nager bei Reitwein in einem Nebenarm gebaut hat. So staut er Gewõsser an und sorgt f³r ³berflutete Flõchen.Foto: dpa/Patrick Pleul ©

Im gesamten Amtsbereich Neuhardenberg ist der Biber präsent, wie übrigens generell in der Oderregion. Weil es von Bürgern, vor allem aus Quappendorf, immer wieder Klagen gab, lud Bürgermeister Mario Eska zur jüngsten Gemeinderatssitzung von Neuhardenberg die Bibermanagerin des Gedo, Antje Reetz, ein. Sie hatte 2008 ihre Diplomarbeit zum Thema Biber geschrieben.

Antje Reetz machte deutlich, dass es trotz aller Konflikte mit dem umtriebigen Nager kein Programm geben werde, mit dem der Biber etwa wieder aus dem Oderland vertrieben werden wird. Er steht unter strengem Schutz, darf auch nicht eingefangen und umgesiedelt werden. Denn, so die Rechtsprechung: Wer einen Biber umsiedelt muss mögliche Schäden, die im neuen Terrain des Nagers entstehen, tragen.

Die Bibermanagerin machte deutlich, dass es vielmehr um Empfehlungen und Beratung geht. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, das Aktionsfeld des Bibers einzugrenzen. Das allerdings bedürfe auch eines Umdenkens vor allem bei Landwirten. "Wenn bis fast zum Uferbereich Mais und Getreide angebaut wird, dann hat der Biber eine riesige Speisekammer vor der Tür", erklärte sie. "Er kann große Flächen regelrecht abernten, schafft sich Vorräte in seinen Bau und bringt mit mehr Futter auch mehr Junge durch den Winter." Deshalb müsse künftig verstärkt Augenmerk auf das Anlegen von Gewässerrandstreifen gelegt werden. Mit diesen Streifen kann der Nager abgelenkt werden. Für solche Maßnahmen gebe es sogar Fördermittel. Sie wisse allerdings auch, dass die Verfahren sehr aufwändig sind und betroffene Landwirte das lange Prozedere fürchten, so Antje Reetz.

Deshalb bietet sie Hilfe an. Sie gibt Landwirten Hinweise zu möglichen Schadensregulierungen, vermittelt auch Dammdränagemethoden, die nur mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde umgesetzt werden dürfen.

Ziel sei es, über das Land ein Gewässerrandstreifen-Programm aufzulegen. Dafür braucht Antje Reetz aber noch stärker die Mitarbeit derer, die ständig mit den Folgen des Biberfleißes konfrontiert werden. Bisher seien die Informationen zu spärlich, um fundiertes Material erstellen und damit beim Land vorstellig werden zu können. Die Information, der Biber richte Schaden an, reiche nicht. Nötig sei eine immer wieder aktualisierte Dokumentation, die das Ausmaß deutlich mache.

Antje Reetz verweist auch auf mögliche Baumschutzmaßnahmen. Bei Quappendorf hat der Biber z.B. mehr als die Hälfte der vor Jahren als Ausgleichsmaßnahme gepflanzten Bäume vernichtet. Hier helfen nur Schutzzäune, wie es unlängst bei Reitwein von engagierten Bürgern demonstriert wurde.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

02.10.2009 05:23 Thema

Biberplage in Ruths Graben

Seelow " Wir wollen nicht den Deichverband kritisieren. Der leistet hier eine sehr gute Arbeit. Uns geht es darum, dass alle Maßnahmen gegen die Biber nur... mehr

16.04.2009 07:48 Thema

Hungrige Biber sorgen für Frust

Seelow Angespitzte Stümpfe und gefällte Bäume sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Biber am Werk war. Während der Bestand der Nager vor etlichen... mehr

12.09.2009 05:21 Thema

" Biber verkraften wir nicht auch noch "

Seelow Der Biber erobert nach dem Oderbruch allmählich auch die Höhenbereiche, bis hin zur Märkischen Schweiz. In Jahnsfelde hat er jetzt eine Fläche des... mehr

Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion


Neueste Kommentare

23.05.2012 05:10:03 Dieter Luck

Und jetzt noch die Pferdesteuer

23.05.2012 02:30:06 Regine Montpassille

@ Dagmar Rietz

23.05.2012 02:16:04 D.K.

Schade

23.05.2012 01:19:54 bodenständischer Bauer

Oh, wie peinlich

23.05.2012 00:59:34 kämmerer

Dass nennt sich Landeshauptstadt?



Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...