Neuhardenberg/Seelow . Der Biber sorgt seit Jahren für Interessenkonflikte. Der Gewässer- und Deichverband Oderbruch (Gedo) ist der erste Wasser- und Bodenverband im Land, der sich speziell mit dieser Problematik beschäftigt und eine Bibermanagerin eingesetzt hat. Die Resonanz auf ihre Arbeit hat nach anfänglicher Euphorie deutlich nachgelassen.
Biber-Werk: Antje Reetz an einem Damm, den der Nager bei Reitwein in einem Nebenarm gebaut hat. So staut er Gewõsser an und sorgt f³r ³berflutete Flõchen.Foto: dpa/Patrick Pleul
Im gesamten Amtsbereich Neuhardenberg ist der Biber präsent, wie übrigens generell in der Oderregion. Weil es von Bürgern, vor allem aus Quappendorf, immer wieder Klagen gab, lud Bürgermeister Mario Eska zur jüngsten Gemeinderatssitzung von Neuhardenberg die Bibermanagerin des Gedo, Antje Reetz, ein. Sie hatte 2008 ihre Diplomarbeit zum Thema Biber geschrieben.
Antje Reetz machte deutlich, dass es trotz aller Konflikte mit dem umtriebigen Nager kein Programm geben werde, mit dem der Biber etwa wieder aus dem Oderland vertrieben werden wird. Er steht unter strengem Schutz, darf auch nicht eingefangen und umgesiedelt werden. Denn, so die Rechtsprechung: Wer einen Biber umsiedelt muss mögliche Schäden, die im neuen Terrain des Nagers entstehen, tragen.
Die Bibermanagerin machte deutlich, dass es vielmehr um Empfehlungen und Beratung geht. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, das Aktionsfeld des Bibers einzugrenzen. Das allerdings bedürfe auch eines Umdenkens vor allem bei Landwirten. "Wenn bis fast zum Uferbereich Mais und Getreide angebaut wird, dann hat der Biber eine riesige Speisekammer vor der Tür", erklärte sie. "Er kann große Flächen regelrecht abernten, schafft sich Vorräte in seinen Bau und bringt mit mehr Futter auch mehr Junge durch den Winter." Deshalb müsse künftig verstärkt Augenmerk auf das Anlegen von Gewässerrandstreifen gelegt werden. Mit diesen Streifen kann der Nager abgelenkt werden. Für solche Maßnahmen gebe es sogar Fördermittel. Sie wisse allerdings auch, dass die Verfahren sehr aufwändig sind und betroffene Landwirte das lange Prozedere fürchten, so Antje Reetz.
Deshalb bietet sie Hilfe an. Sie gibt Landwirten Hinweise zu möglichen Schadensregulierungen, vermittelt auch Dammdränagemethoden, die nur mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde umgesetzt werden dürfen.
Ziel sei es, über das Land ein Gewässerrandstreifen-Programm aufzulegen. Dafür braucht Antje Reetz aber noch stärker die Mitarbeit derer, die ständig mit den Folgen des Biberfleißes konfrontiert werden. Bisher seien die Informationen zu spärlich, um fundiertes Material erstellen und damit beim Land vorstellig werden zu können. Die Information, der Biber richte Schaden an, reiche nicht. Nötig sei eine immer wieder aktualisierte Dokumentation, die das Ausmaß deutlich mache.
Antje Reetz verweist auch auf mögliche Baumschutzmaßnahmen. Bei Quappendorf hat der Biber z.B. mehr als die Hälfte der vor Jahren als Ausgleichsmaßnahme gepflanzten Bäume vernichtet. Hier helfen nur Schutzzäune, wie es unlängst bei Reitwein von engagierten Bürgern demonstriert wurde.
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Neueste Kommentare
23.05.2012 05:10:03 Dieter Luck
Und jetzt noch die Pferdesteuer
23.05.2012 02:30:06 Regine Montpassille
@ Dagmar Rietz
23.05.2012 02:16:04 D.K.
Schade
23.05.2012 01:19:54 bodenständischer Bauer
Oh, wie peinlich
23.05.2012 00:59:34 kämmerer
Dass nennt sich Landeshauptstadt?