. Hartmut Höhne vom Mieterverein verfolgt seit Jahren den Stadtumbau und die Diskussionen dazu. Nach der Gesprächsrunde mit dem Berliner Architekten Prof. Wolf Eisentraut, der die etagenweise Reduzierung leer stehender Wohnungen favorisiert, äußerte sich Höhne jetzt in einem Brief. "Meine Kurzeinschätzung des Stadtumbaus in Frankfurt lautet: Es wurde bisher nur platt gemacht, die Bürger werden formal zu Meinungsäußerungen aufgerufen, aber sie werden nicht berücksichtigt", so Höhne. Als ein Verwirrspiel in der Argumentation empfinde er die Aussage von Edelmann, 7600 Wohnungen ließen sich in dem erforderlichen Tempo bei teilweisem Rückbau nicht erreichen. "Herr Edelmann erfindet ein Problem, das es nicht gibt, denn er argumentiert zu einem Sachverhalt, der gar nicht zur Diskussion steht. Zur Diskussion steht die städtebauliche Entwicklung der Stadt. Herr Annuß hatte in seinem Vortrag einige Beispiele gezeigt, wo durch etagenweisen Abriss viel für die Verbesserung des städtebaulichen Eindrucks unserer Stadt hätte getan werden können. Aber man hat sich, von einer Ausnahme abgesehen, nur für den Totalabriss entschieden", erklärt Hartmut Höhne.
Er rechnet zudem vor, was der Abriss aus seiner Sicht den Wohnungsunternehmen bringt. Gegenwärtig werden 50 Euro je Abrissquadratmeter vom Bund gezahlt. Dazu kommt die Altschuldenentlastung von rund 70 Euro je Quadratmeter. "Für die fünf- bis sechsgeschossigen Häuser macht das nach Abzug der Umzugskosten der noch verbliebenen Mieter einen wirtschaftlichen Vorteil von gut 80 Euro je Quadratmeter abgerissener Wohnfläche aus", so Höhne. Beim Abriss von Hochhäusern käme der Vermieter auf nur noch 50 Euro. "Bei diesen Verhältnissen lohnt es sich dann doch, ein teilsaniertes 5- und 6-geschossiges Haus statt eines Hochhauses abzureißen, denn die Hochhäuser haben alle durch den Aufzug und Fenster in den Küchen einen deutlich höheren Wohnwert."
Harsche Kritik übt er an CDU-Fraktionschefin Carola Leschke, die ein Aufschnüren des Abriss- paketes ablehnt, weil man dann bestandssichere Häuser neu betrachten müsste. "Hat Frau Lesche nicht mitbekommen, dass schon jetzt etliche Mieter das 2. und 3. Mal wegen des Abrisses umziehen müssen? Hat sie nicht den Mut sich einzugestehen, dass einzelne Entscheidungen fehlerhaft waren", fragt er. Sorgen bereitet ihm, dass es nach wie vor keine Bereitschaft der Wohnungsunternehmen gibt, den Mieter vor dem Umzug Mindestleistungen zu garantieren.
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Neueste Kommentare
23.05.2012 05:10:03 Dieter Luck
Und jetzt noch die Pferdesteuer
23.05.2012 02:30:06 Regine Montpassille
@ Dagmar Rietz
23.05.2012 02:16:04 D.K.
Schade
23.05.2012 01:19:54 bodenständischer Bauer
Oh, wie peinlich
23.05.2012 00:59:34 kämmerer
Dass nennt sich Landeshauptstadt?