Bad Freienwalde/Werftpfuhl (bg) Eine Woche lang haben ?15 Achtklässler des kurstädtischen Bertolt-Brecht-Gymnasiums den Klassenraum gegen die Jugendbildungsstätte „Kurt Löwenstein“ im Werneuchener Ortsteil Werftpfuhl und den normalen Unterricht gegen eine breite Palette alternativer Lern- und Arbeitsmethoden eingetauscht. Die Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 14 Jahren trafen sich bei einer deutsch-russischen Jugendbegegnung rund um das Thema Freiheitsrechte mit ?13 gleichaltrigen Schülern verschiedener Schulen aus Jaroslawl. Gemeinsam wurde nicht nur über Freiheit und Menschenrechte diskutiert. Gerade bei einer Berlin-Exkursion ging es auf den Spuren der 1989 als Grenze gefallenen Mauer auch um die Geschichte. Ein Zeitzeuge, der wegen oppositioneller Kontakte 1983 kurz vor dem Abitur der Schule verwiesen wurde, führte die Jugendlichen, die anschließend in Friedrichshain-Kreuzberg auf der Straße Menschen zu deren Erfahrungen mit Mauer, Teilung und Freiheitseinschränkungen befragten.
Intensiv und mit viel Spaß: einige Mädchen aus Bad Freienwalde und Jaroslawl mit ihren in Arbeit befindlichen Plakaten
„Obwohl es eine gewisse Sprachbarriere gibt, sind die Jugendlichen schnell in Kontakt gekommen und haben sich ausgetauscht“, erzählte Projektkoordinatorin Bettina Dettendorfer. Das konnten auch der deutsche Teamer Martin Polzin und Michail Shukow, einer der russischen Betreuer, bestätigen. Die Übersetzungen in den Workshops und Seminaren kosteten zwar zusätzlich Zeit, merkte Martin Polzin an. Im Alltag, waren er und Michail Shukow sich einig, hätten die Schüler aber mit einer Mischung beider Sprachen und vor allem Englisch schnell eine Ebene gefunden.
Shukow kommt von Young Jaroslawl Programms, einem Bildungsverein, mit dem Vertreter aus Werftpfuhl 2010 bei einem Fachkräfte-Treffen in Kontakt kamen. Sehr schnell habe die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft die Förderung der Projektidee zugesagt. „Wind of Change“, wie einst auch die Scorpions in ihrem wohl bekanntesten Hit titelten, steht nun als Überschrift über dem Austausch, dessen Rückbegegnung im April 2012 in Russland vorgesehen ist.
Sie sei schon sehr gespannt darauf, sagte Sophie Scholz, ähnlich geht es ihren Mitschülern Vanessa Förster und Ben Schubert. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns so gut verstehen“, verwies Sophie auf die Erfahrung, dass die russischen Jugendlichen alle sehr nett seien. Vanessa fand schon die Kennenlernspiele toll – für sie wie die meisten anderen ist es das erste Begegnungsprojekt dieser Art. „Am ersten Tag war nur Blickkontakt, inzwischen machen wir sogar abends viel gemeinsam“, erzählte Ben am vorletzten Tag. Auch das Thema sei interessant, bestätigte wie die jungen Oderländer Andrej Morosow (14) aus Jaroslawl. Er war gespannt zu erfahren, wie die Deutschen leben, schätzte aber auch die angeregten Diskussionen oder die Aufbereitung der neuen Erkenntnisse als Zeitung, Film oder Collage.
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Neueste Kommentare
23.05.2012 06:11:12 lupo
Gleich und Gleich gesellt sich gern
23.05.2012 05:10:03 Dieter Luck
Und jetzt noch die Pferdesteuer
23.05.2012 02:30:06 Regine Montpassille
@ Dagmar Rietz
23.05.2012 02:16:04 D.K.
Schade
23.05.2012 01:19:54 bodenständischer Bauer
Oh, wie peinlich