Im Stil verschieden und doch auf unverwechselbare Weise einzigartig präsentierten sich die 30 Nachwuchsautoren am Sonnabend im Angermünder Ehm-Welk- und Heimatmuseum. Ihre Geschichten handeln von eigenen Erfahrungen, verknüpfen diese mit geschichtlichen Hintergründen und bewahren so ein Stück individueller und gelebter Historie. Wie aus einer guten eine noch bessere Geschichte wird, das verrieten die erfahrenen Schriftsteller Walter Flegel und Manfred Richter, die unter den Nachwuchsautoren viel Talent entdeckt haben. "Einige von ihnen haben sicher Zukunft", war sich Manfred Richter sicher.
Und worauf kommt es an beim Schreiben? "Es geht darum, dass Inhalt und Form eine Einheit bilden", erklärt Walter Flegel. Um das zu perfektionieren, lasen die Autoren ihre Texte vor, um sie dann gemeinsam mit den Experten und der Gruppe zu diskutieren. "Wir wollen nicht belehren, sondern helfen, etwas zu verbessern, den Inhalt genauer darzustellen. Dabei ist die Atmosphäre immer freundschaftlich, niemand ist böse, wenn Kritik angebracht wird", erzählt Walter Flegel, der als Mitglied des Brandenburgischen Literaturkollegiums auch in Potsdam Nachwuchsautoren betreut. Ihm war es wichtig, dass die Sprache als Mittel verstanden wird, innere Prozesse deutlich zu machen. Eine Sprache, die, wie er findet, heute oft "verhunzt" wird.
Dass es auch anders geht, bewiesen die jüngsten Teilnehmerinnen der Schreibwerkstatt. Die erst 12-jährige Steffi Becker aus Eberswalde hat bereits an Autorenwettbewerben teilgenommen und erntete für den Auszug aus ihrer Fantasygeschichte viel Lob. Ähnlich wie Lydia Wilhelm, die mit ihrer Geschichte über die Lebenswirklichkeit junger Leute ihre überwiegend älteren Kollegen beeindruckte. "Es braucht schon etwas Mut seinen Text vorzutragen.Man weiß ja nie, ob das was einen selbst bewegt, den anderen nicht egal ist", beschrieb die 14-jährige Eberswalderin ihre Werkstatteindrücke.