Überall wird das Fahrrad neu erfunden: In ganz Deutschland plagen sich Flüchtlingshelfer mit den immer gleichen Fragen und Problemen herum. Wer kann etwas übersetzen? Wo finde ich gebrauchtes Geschirr? Wie bekommt ein Asylbewerber eine Wohnung? Jetzt ist eine deutschlandweite Internet-Vernetzung gelungen. Sie heißt HelpTo. Das kostenlose Hilfe-Portal will alle erdenklichen Fragen beantworten, bringt Vermieter und Mieter zusammen, zeigt Stellenangebote für Flüchtlinge, bietet Präsentationsmöglichkeiten für Willkommensinitiativen und Vereine.
Die Integrationsidee aus dem Internet funktioniert wie eine große Börse: Jeder kann etwas anbieten oder davon profitieren. In zehn verschiedenen Kategorien haben angemeldete Nutzer die Möglichkeit, Angebote und Gesuche einzustellen. Dabei geht es nicht nur um Sachspenden, Jobs oder Beratung, sondern auch um die Begleitung zu Behörden oder zum Arzt, um Sprachunterricht, Übersetzungen, Freizeit oder Transportdienste.
Das vom Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt herausgebrachte Portal wird von der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark unterstützt. Ebenso von Politikern, Kommunen, Verbänden und der Märkischen Oderzeitung. Das Neue daran: Auch lokal haben nun alle Helfer und Flüchtlinge die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen und Informationen auszutauschen. Ein internes Nachrichten-System schützt die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, zwischen Anbietern und Interessenten. Je mehr Beteiligte darauf zugreifen, desto größer wird der Nutzen. Notwendig ist lediglich eine kostenlose Registrierung mit E-Mail-Adresse.
Das Hilfe-Portal mit dem prägnanten Namen HelpTo könnte bei der Koordinierung der weitverzweigten Flüchtlingsarbeit im Landkreis helfen. "Bei meinen Treffen mit den verschiedenen Willkommens-Initiativen bin ich auf großes Engagement gestoßen, viel Kreativität und eine hohe Motivation", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Schmidt beim Start des Hilfe-Portals in Prenzlau. "Gleichzeitig habe ich immer wieder festgestellt, dass es wichtig ist, dass die Initiativen voneinander erfahren und sich auch gegenseitig helfen können."
Doch auch Volkshochschulen, freie Träger und Behörden haben nun die Chance, ihre Information an die richtigen Stellen zu schicken. Bisher gibt es kaum einen vollständigen Überblick über alle Initiativen, Hilfsangebote oder Beratungsmöglichkeiten bei der Integration von Flüchtlingen. Das wurde immer wieder bei Einwohnerversammlungen und auch bei den Bürgerbündnissen kritisiert. Mitstreiter wussten sich über Mundpropaganda zu helfen. So könnten nun Übersetzungsformulare von Behördenschreiben oder Willkommenstexte problemlos im Netz abgerufen werden.
Zu den ersten Einträgen gehört der Kontakt zum uckermärkischen Integrationsbeauftragten Mazierullah Qaderi. Auch er soll in den kommenden Monaten die freiwilligen Helfer stärker unterstützen und miteinander vernetzen. Außerdem gibt es in den Städten eigene Integrationsbeauftragte auf ehrenamtlicher Basis.
Unter der Adresse http://ucker mark.helpto.de ist die neue Plattform erreichbar.