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Michael Luthardt eröffnet in Glambeck seine Ausstellung "Wasser und Wald"

Die Inspiration der Veränderung

Bannt Naturschätze aufs Bild: Michael Luthardt, Landtagsabgeordneter der Linken und bekennender Waldfan hat dem Grumsin ein stimmungsvolles Foto-Denkmal gesetzt. In Glambeck sind seine Bilder jetzt zu sehen.
Bannt Naturschätze aufs Bild: Michael Luthardt, Landtagsabgeordneter der Linken und bekennender Waldfan hat dem Grumsin ein stimmungsvolles Foto-Denkmal gesetzt. In Glambeck sind seine Bilder jetzt zu sehen. © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 28.02.2012, 06:50 Uhr - Aktualisiert 29.02.2012, 06:25
Glambeck (MOZ) Als am Sonntagnachmittag die ersten Takte auf dem Klavier erklangen, wurde es still in der Glambecker Kirche. Pianist Andreas Wolter aus Berlin spielte zur Eröffnung der Fotoausstellung "Wasser und Wald" von Michael Luthardt das Lied "Unsere Heimat". Jedes DDR-Kind kennt es aus dem Musikunterricht.

Gleich in der zweiten Liedzeile heißt es darin "...unsere Heimat sind auch all die Bäume im Wald". Der Wald hat es dem promovierten Forstwissenschaftler und Fotografen Michael Luthardt angetan. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Natur und entschied sich in den siebziger Jahren für eine Ausbildung zum Forstfacharbeiter und einem späteren Forststudium in der heutigen Sachsen-Hauptstadt Dresden.

Bevor der Naturbildermacher Luthardt den etwa 30 Gästen der Ausstellungseröffnung über sein Verhältnis zum Grumsiner Forst erklärte, hielt Pfarrer Ralf Schwieger eine kurze Andacht. Darin verglich er Bäume mit Menschen. Beide hätten ihre Geschichte. Bäume wurzeln fest in der Erde, Menschen sollten mit ihren Füßen fest auf dem Boden stehen, mahnte der Geistliche. Er rief damit eine aus der Meditationspraxis entlehnte Erinnerung wach.

Nachdem das Gundermann-Lied "Immer wieder wächst das Gras" erklungen war, dankte Michael Luthardt den Naturfotofreunden. Unter ihnen befanden sich auch Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack sowie Landtagsvizepräsidentin Gerrit Große (beide Die Linke) für ihren Besuch. Bei der Auswahl der Motive habe ihn besonders die Veränderung des Waldes inspiriert, sagte der Landtagspolitiker und Hobbyfotograf Luthardt. Das Licht im Wandel der Jahreszeiten sowie das allgegenwärtige Wasser waren ebenfalls Auswahlkriterien.

Alle Bilder sind im Grumsin entstanden. So nennen Einheimische den jahrzehntelang ungenutzten Buchenwald, der sich über fast 600 Hektar erstreckt. Er ist der Teil des Naturschutzgebietes Grumsiner Forst/Redernswalde, der sich irgendwann zum Urwald entwickelt. Der Baumbestand wurde im vergangenen Jahr von der UNESCO im Verbund mit anderen Buchenwäldern zum Weltnaturerbe erklärt.

Die Fotografie habe für ihn persönlich eine doppelte Bedeutung, sagte Luthardt. Zum einen dokumentiere sie die fortwährenden Veränderungen in diesem Totalreservat. Zum anderen sei sie für ihn Entspannung und innere Einkehr zugleich. Er könne wichtige Dinge filtern und gleichzeitig immer wieder Neues entdecken, betonte er.

Ministerin Tack sprach vom Grumsin als regionalem Impulsgeber. Sie lobte die Ausstellung ihres Parteifreundes: "Man muss dieses einzigartige Naturerbe erlebbar machen, ohne es zu verändern."

Im September soll ein neuer Bildband über das Naturjuwel Grumsiner Forst erscheinen. Michael Luthardt gibt es in Zusammenarbeit mit der Ehm-Welk-Buchhandlung in der Nachbarstadt Angermünde heraus.

Luthardt berichtet zudem über die Gründung einer Stiftung zum Erhalt des Grumsins. Am 20. April wird es dazu in der Kirche zu Altkünkendorf eine Auftaktveranstaltung geben. Dort wird über einen Satzungsentwurf diskutiert werden.

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