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Ein Ausflug in die Vielfalt Malaysias

So also schmeckt Malaysia: Die Frauen der Organisationsgruppe und Helferinnen hatten wieder jede Menge landestypische Gerichte gekocht, die gekostet werden konnten.
So also schmeckt Malaysia: Die Frauen der Organisationsgruppe und Helferinnen hatten wieder jede Menge landestypische Gerichte gekocht, die gekostet werden konnten. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 05.03.2012, 06:50 Uhr
Hermersdorf (MOZ) Der Weltgebetstag der Frauen, in diesem Jahr den Christen in Malaysia gewidmet, wird in vielen Kirchengemeinden gefeiert. Besonders lange und intensive Tradition hat dies allerdings in Obersdorf bzw. mittlerweile dem ganzen Pfarrsprengel Müncheberger Land.

Aus Dahmsdorf, Müncheberg, Trebnitz, Münchehofe oder auch Jahnsfelde waren am Freitagabend alle nach Hermersdorf gekommen, wo diesmal die Feier stattfand. Schon traditionsgemäß besteht diese aus zwei Teilen - dem Gottesdienst in der Kirche und dem anschließenden lockeren Miteinander im Dorfgemeinschaftshaus, bei dem kulinarische Köstlichkeiten aus dem jeweiligen Land probiert werden können.

Auch dieses Jahr zu Malaysia hatten sich die acht Frauen der Vorbereitungsgruppe und weitere Helfer mächtig ins Zeug gelegt. Die Tische bogen sich beinahe unter der Last von Hähnchencurry, Roti Canai (Fladenbrot), Kesaracha Bhate (Orangenreis), Tom Yam (Zitronengrassuppe), Kek Gula Hangus (Malaiische Karamellkuchen), Mango-Möhren-Suppe, Frühlingsrollen, der traditionellen Reispfanne Nasi Goreng oder Papaya in scharfer Soße. Selbst chinesische Glückskekse fehlten nicht.

Schon diese Einblicke in die Küche machten deutlich, dass in dem südostasiatischen Königreich die Bräuche und Eigenheiten wenigstens drei großer Bevölkerungsgruppen miteinander verschmelzen - neben der vorwiegend muslimischen Mehrheit der Malaien auch noch starke Minderheiten von Chinesen und Indern, die schon zu Kolonialzeiten ins Land kamen. Ebenso bunt sieht es demzufolge im religiösen Miteinander von Islam, Buddhismus, Christentum, Hinduismus und kleineren Gemeinschaften aus.

All dies und noch vieles mehr, angefangen von grundlegenden Landesinformationen bis zu Themen wie Bildungssystem, malaysische Spiele und Tänze, Feiertage und Natur war auf Wandtafeln mit vielen Bildern zur Untermalung zusammengestellt. Auch Probleme wie Menschenhandel (Malaysia ist größtes Zielland für Arbeitsmigranten in Südostasien) sind nicht ausgespart - vorgestellt wird beispielsweise ein Verein, der seit 1991 ein rund um die Uhr besetztes Nottelefon für misshandelte Hausangestellte betreibt.

Den Blick für solcherlei Themen zu schärfen, darauf kommt es den Organisatoren immer wieder an. "Schon Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre ging es in Obersdorf los. Erst nur bescheiden, indem wir im Gottesdienst einiges vorgelesen haben, seit 1994 dann auch mit Kochen", erinnert sich Sieglinde Lau, die seit damals dabei ist. Schön findet sie, dass sich die Tradition gehalten hat, die heute Cornelia Deutschmann, Katrin Staud und andere fortführen. Sehr eingebracht hat sich auch Petra Schreiber, die mit ihrer Familie schon mindestens fünfmal in Malaysia war, die nächste Reise bereits vorbereitet. "Vor allem der Dschungel, die Natur, hat es uns angetan", erzählte sie auf Nachfrage - weshalb Sarawak, eines der beiden noch sehr ursprünglichen Gebiete auf der Insel Borneo, bevorzugte Zielregion ist.

"Es war so schön, alle haben sich so viel Mühe gemacht", schwärmte unter anderem Helga Wenske von der Veranstaltung. "Meine Enkelin war vor einem Jahr in Malaysia, hatte mich etwas vor der Schärfe des Essens gewarnt - das war hier aber kein Problem", sagte sie.

"Steht auf für Gerechtigkeit", so lautet das Motto des Weltgebetstages, und einer der Liedtexte im Gottesdienst hätte treffender nicht sein können: "O Gott, öffne meine Augen, dass ich die Not der anderen sehe, öffne meine Ohren, dass ich ihr Schreien höre, öffne mein Herz, dass sie nicht ohne Beistand sind ..."

In der Petruskirche Petershagen lockt am Freitag um 19.30 Uhr ein weiterer Malaysia-Filmabend in Zusammenhang mit dem Weltgebetstag. Gezeigt wird "Woman on Fire looks for Water".

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