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Altthymener pflanzen eigenmächtig Fichten am Spielplatz / Streitgespräch mit Ortsvorsteher

Die Hecke des Anstoßes

Um sie dreht sich die Diskussion: die neu gepflanzten Fichten am Spielplatz in Altthyme
Um sie dreht sich die Diskussion: die neu gepflanzten Fichten am Spielplatz in Altthyme © Foto: n Henke
Matthias Henke / 27.03.2012, 18:00 Uhr
Altthymen (MZV) Bürgermeister Robert Phillipp (parteilos) sei ein Kinderhasser, Ortsvorsteher Manfred Saborowski solle zurücktreten. Derart schweres Geschütz wurde gestern bei einem Vor-Ort-Termin am Altthymener Kinderspielplatz aufgefahren. Anlass des Streits: eine Fichtenhecke

Eingeladen hatte der Stadtverordnete Andreas Ahle (Allianz für Fürstenberg und Ortsteile – AFO) und eigentlich sollte es nur um das Wohl der Kinder gehen, jedenfalls nach Meinung der Altthymener. Ein gutes Dutzend war erschienen.

Doch der Reihe nach: Mitte März hatten einige Allthymener die Frühlingssonne genutzt, um eine Fichtenhecke, bestehend aus schätzungsweise 150Jungbäumen, um den Kinderspielplatz am Gemeindezentrum des Ortes zu pflanzen. Als Begrenzung und, wenn die Bäume groß genug dafür sind, als Windschutz waren sie gedacht. Bürgerschaftliches Engagement, was so oft eingefordert werde, sollte an den Tag gelegt werden, sagte Ahle.

Doch mindestens zwei Haken hat die Geschichte. Erstens: Ihren Ortsvorsteher Manfred Saborowski und die Fürstenberger Stadtverwaltung stellten die Althymener damit vor vollendete Tatsachen. Zwar sei er wegen des Vorhabens aufgesucht worden, sagte Saborowski. Doch habe er Bedenken hinsichtlich Anzahl und Dichte der Bäume angemeldet. „Dann hieß es plötzlich ,Wir machen das trotzdem, wie wir wollen‘“, so der Ortsvorsteher weiter. Zudem verlaufe die neue Hecke, die den Spielplatz von drei Seiten umschließt, zum Teil über Privatland, zum Teil über ein kommunales Grundstück. Nun werde auch noch gefordert, dass die Stadt die Pflege übernehmen und Wasser zur Verfügung stellen solle. Dabei habe sich eine Initiatorin der Pflanzaktion in der Vergangenheit bei ihm beschwert, weil Wasser vom Friedhof dafür genutzt wurde, um einen von der Stadt gepflanzten Baum auf dem Spielplatz zu gießen. Werde da mit zweierlei Maß gemessen? fragte Saborowski.

Der Ortsvorsteher sollte mit seiner Einstellung nicht die Initiative engagierter Eltern torpedieren, kritisierte Andreas Ahle. Dies und auch die Stadtverwaltung, die der Pflanzaktion wie Saborowski kritisch gegenüberstehe, sei kinderfeindlich. Dann zitierte Ahle aus der Kommunalverfassung, was einem Ortsvorsteher zustehe und was nicht. So lasse Saborowski eine Bürgerbeteiligung an seinen Entscheidungen vermissen. Da seien die Altthymener quasi gezwungen, selbst aktiv zu werden. Der so Kritisierte bemängelte wiederum fehlende Gesprächsbereitschaft bei Andreas Ahle.

Bürgermeister Robert Philipp mahnte auf Nachfrage zur Besonnenheit. Er schlug einen Vor-Ort-Termin vor. Erst müsse ermittelt werden, auf wessen Grundstück die Hecke stehe, bevor über weitere Schritte beraten wird. Stehe sie auf Privatgrund, müsse sie weichen. Über das gestrige Gespräch sei die Verwaltung im Übrigen nicht informiert gewesen.

Die Pflanzung der Altthymener hält der Bürgermeister für unglücklich. So gelte es, gewisse Spielregeln einzuhalten. „Ich kann doch so eine Aktion nur beginnen, wenn klar ist, wem was gehört und außerdem bedacht wird, was das an Aufwand und Kosten nach sich zieht“, so Philipp. Andreas Ahle kündigte unterdessen an, das Thema bei der Sitzung der Stadtverordneten am morgigen Donnerstag erneut anzusprechen.

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