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Das Grundwasser steigt unaufhörlich

Der Fotobeweis: So schön war das Thymenfließ in Altthymen früher, wie Ortschef Manfred Saborowski (Zweiter von links) zeigt.
Der Fotobeweis: So schön war das Thymenfließ in Altthymen früher, wie Ortschef Manfred Saborowski (Zweiter von links) zeigt. © Foto: Pilz
Thomas Pilz / 16.04.2012, 19:53 Uhr
Altthymen (MZV) Unbemerkt von der Öffentlichkeit prallen alljährlich im Frühjahr in Wäldern und auf Feldern des Fürstenberger Seenlandes Interessen hart aufeinander. So auch am Montag – denn der Wasser- und Bodenverband (WBV) Uckermark-Havel hatte zur Grabenschau eingeladen.

Heiße Eisen wurden vor allem in Altthymen angepackt, wie sich zeigte. Gleich mehrere Teilnehmer der Grabenschau wollten von Verbandsgeschäftsführer Michael Nitschke konk-rekt Auskunft zur Arbeit des Verbandes haben. Nitschke zur Seite standen Ingenieurin Anita Lieske und der Zehdenicker Schauführer Achim Wengel.

Der WBV sei vor allem dafür da, das Wasser korrekt von den Flächen abfließen zu lassen. Das Problem: Seit 2007 steigt der Grundwasserspiegel unaufhörlich an, erklärten unisono Geschäftsführer Nitschke und Dr. Rüdiger Mauersberger, Mitglied der Verbandsversammlung Uckermark-Havel und zugleich deutschlandweit anerkannter Naturschutzexperte des Naturparks Uckermärkische Seen. „Der Scheitelpunkt ist noch nicht erreicht. Selbst wenn wir in diesem Jahr keinen oder nur sehr wenig Niederschlag hätten, würde der Pegel wegen des vielen Regens in den Vorjahren auch in den Folgejahren weiter ansteigen“, warnte Nitschke.

Ein Argument, das die tatsächlichen Konflikte von Flächeneigentümern, die eine so genannte Vernässung von Wiesen beklagen, nur zum Teil entkräftete. Förster Alexander Brink konfrontierte den Verband mit Moor-Wiesen südlich des Thymensees unweit des Hegensteinbaches. Zu DDR-Zeiten von der LPG genutzt, wird die Wiese als Bestandteil eines großen Naturschutzgebietes seit langem von der Forst bewirtschaftet. Doch sie verkrautet und ist quasi „weder Fisch noch Fleisch“. Freilich stellt sie das ideale Biotop dar, was während des Lokaltermins plötzlich vier Wildschweine bewiesen. Gut 200Meter von der Gruppe entfernt tummelten sie sich ohne Scheu im Sonnenschein.

Ortsvorsteher Manfred Saborowski (Die Linke) beklagte, gegenüber der alten Mühle würden Bäume in das Gewässer ragen, nördlich der Brücke, die zum Gästehaus führt, werde die Mahd der Uferpflanzen nur einseitig betrieben.

Wie aber sieht der Zeitplan für 2012 aus? „Wir erarbeiten zurzeit den Unterhaltungsplan“, so Nitschke. Da sollen die Aufträge der Bürger einfließen, auf die man sich verständigte. „Mit der Mahd beginnen wir, wie in jedem Jahr, erst im August.“

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