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Jäger und Bauern gemeinsam gegen Wildschweine

dpa / 05.05.2012, 13:57 Uhr
Michendorf (DPA) Brandenburgs Jäger und Bauern wollen künftig mit gemeinsamen Konzepten gegen das Schwarzwild vorgehen und so Wildschäden eindämmen. "Die Wildschweine verdrängen vielerorts andere Tiere. Zum Teil herrscht inzwischen eine richtige Artenarmut auf den Feldern", sagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Brandenburg, Bernd Möller, der Nachrichtenagentur dpa anlässlich des Landesjägertages an diesem Wochenende. Hintergrund sei, dass es in Brandenburg zahlreiche große Flächen mit Monokulturen wie Mais gebe. "Da fühlen sich Wildschweine richtig wohl", so Möller.

Sogenannte Bejagungsschneisen und bessere Absprachen mit den Bauern sollen helfen, der Tiere Herr zu werden. Würden die Schneisen als "Blühstreifen" angelegt, würde zugleich Lebensraum für Insekten geschaffen. Laut Möller erlegen Jäger in Brandenburg jährlich bereits 60 000 bis 70 000 Wildschweine - so viel wie noch nie im 20. Jahrhundert.

Weil die Tiere keine natürlichen Feinde haben, gibt es dennoch zu viele und entsprechend hoch ist der Schaden. Für diese können Landwirte von den Jägern als Pächter der Flächen eine Vergütung verlangen - ein Grund mehr, gemeinsam gegen die Übeltäter vorzugehen. Mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums sei dies vereinbart worden, so Möller.

Die Landesregierung arbeite derzeit an einer Regelung zur Vermeidung von Wildschäden, hieß es von der Linke-Fraktion im brandenburgischen Landtag im Vorfeld des Landesjägertages. Die Vorsitzende Kerstin Kaiser würdigte das Engagement der Jäger. Ihr Verband trage eine große Verantwortung als anerkannter Naturschutzverband.

Nach eigenen Angaben hat der Verband in der Mark knapp 10 000 Mitglieder. Sie treffen sich am Samstag und Sonntag in Paaren (Havelland). Neben einer Delegiertenversammlung gibt es eine Landeshegeschau und einen Wettbewerb im Jagdhornblasen oder Jagdhundevorführungen.

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