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Parklandschaft im Dorfmittelpunkt

Bekenntnis zu den jüngsten Einwohnern

Vesper an der frischen Luft: Kita-Leiterin Diana Nieclas schenkt den Knirpsen Milch ein. Gerade haben die Mädchen und Jungen hier noch mit Kreide gemalt. Die Kreidestriche führen mitten durch das "Freiluftrestaurant".
Vesper an der frischen Luft: Kita-Leiterin Diana Nieclas schenkt den Knirpsen Milch ein. Gerade haben die Mädchen und Jungen hier noch mit Kreide gemalt. Die Kreidestriche führen mitten durch das "Freiluftrestaurant". © Foto: MOZ
Eva-Martina Weyer / 19.07.2012, 07:34 Uhr
Hohenreinkendorf (MOZ) Der Gartzer Ortsteil Hohenreinkendorf mutet wie eine große Parkanlage an. Die Vorgärten sind gepflegt, auf dem Dorfanger blühen mächtige Linden und am Teich angeln Ferienkinder. In der Serie "Sommerspaziergang" hat die MOZ engagierte Bewohner im Ehrenamt entdeckt.

Hohenreinkendorf lag bis zum Jahre 1302 an der alten Heer- und Handelsstraße von Schwedt nach Stettin. Davon kann heutzutage keine Rede mehr sein. Und dennoch warnt ein Schild am Dorfeingang die Kraftfahrer: "Vorsicht Kinder!" Mancher Ortsfremde fragt sich: Ist hier denn so viel Verkehr?

Die Auflösung erfolgt ein paar Meter weiter. Dort steht der Kindergarten, der für 80 000 Euro saniert worden ist. Ortsbeirat und Stadtverordnete haben sich zu diesem finanziellen Kraftakt bekannt. Und das, obwohl die Stadt Gartz hoch verschuldet ist. Der kleine Kindergarten überzeugt mit familiärer Atmosphäre und voller Auslastung. Diana Nieclas und ihre Kolleginnen betreuen 21 Mädchen und Jungen aus dem Ort und den umliegenden Dörfern.

Hohenreinkendorf hat 305 Einwohner. Darunter sind 36 Kinder, die jünger als 14 Jahre sind. Dort leben aber auch 53 Einwohner im Rentenalter. Damit das Miteinander der Generationen gelingt, gibt es nicht nur den Kindergarten, in den auch Omas und Opas zum Schauen eingeladen sind. Die Feuerwehr organisiert beispielsweise das beliebte Osterfeuer. Der Heimat- und Dorfverein und die Volkssolidarität laden regelmäßig zu Treffen ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Dieses liebevoll renovierte Haus war einmal die Dorfschule. Heute finden dort jeden Montag Rommee- und Mau-Mau-Nachmittage statt, der Ortsbeirat diskutiert über die Geschicke des Dorfes und neuerdings gibt es sogar regelmäßige Kinoabende. Dorfbewohner Arne Stahl, der Lehrer in Schwedt ist, organisiert diese Vorstellungen. "Nach jedem Film laden wir zur Gesprächsrunde ein", beschreibt er ein Markenzeichen des neuen Dorfkinos.

Nach Gartz ist es nur ein Katzensprung von fünf Kilometern. Doch die Stadt hat schon lange kein Kino mehr. Und die 25 Kilometer nach Schwedt mag an dunklen Winterabenden niemand gern fahren. So ist das Dorfgemeinschaftshaus ein kleines Kulturzentrum von Hohenreinkendorf geworden.

Doch die Einwohner sorgen sich dennoch um den Straßenausbau. Die Landesstraße nach Tantow zum Beispiel ist eine gefährliche Huckelpiste. Zwei große Fahrzeuge kommen dort nicht aneinander vorbei, ohne den Randstreifen noch weiter zu beschädigen. Eine Verbesserung hat das Land jedoch nicht vorgesehen. Auch ein Verkehrsspiegel in der Nähe des Pfarrhauses wird nicht installiert. Das hat die untere Verkehrsbehörde nach einem Vor-Ort-Termin so entschieden.

Den Gefahren des Straßenverkehrs setzen die Einwohner ihren parkähnlich gestalteten Dorfmittelpunkt entgegen. Hier muss man einfach auf die Bremse gehen, weil man sonst die mächtigen Linden und die Sicht auf den von Rohrkolben gesäumten Teich verpasst. Auf den gepflegten Rasenflächen machen Spaziergänger Rast und Petrijünger rollen ihre Angeln aus.

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