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Bei Familie Schlender in Günterberg schaut die Tierwelt durchs Fenster

Wo der Fuchs Kirschen frisst

Kornelia Schlender verbringt jede freie Minute in ihrem grünen Paradies am Günterberger Hausgrundstück
Kornelia Schlender verbringt jede freie Minute in ihrem grünen Paradies am Günterberger Hausgrundstück © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 01.08.2012, 20:30 Uhr
Günterberg (os) Sie sind Oasen der Stille in der Alltagshektik, Refugien für Mensch, Tier und Pflanzen - naturnahe Gärten. Die Gemeinschaftsaktion von MOZ und Agendagruppe Umwelt präsentiert schöne Lesergärten. Heute besuchen wir Kornelia Schlender in Günterberg.

Direkt vor dem Fenster des Wintergartens sitzt ein Fuchs in der Abenddämmerung und frisst Kirschen. Gelangweilt schaut er in die Kamera von Kornelia Schlender. Das Tier kennt den Garten am Rande von Günterberg und weiß, dass ihm die herabgefallenen Früchte höchstens die Waschbären streitig machen. Auch sonst ist das idyllische Grün am Haus der Schlenders umringt von Tieren. Rehe blicken durchs Tor hindurch, Laubfrösche hangeln sich an der Scheibe empor, Ringelnattern schlafen im Komposthaufen. In einem alten Briefkasten nisten Vögel. Und die Hauskatze setzt sich stolz neben eine tönerne originalgroße Nachbildung ihrer Art. Nur die Karpfen aus dem Gartenteich sind verschwunden - vom Fischotter geraubt.

Das alles beobachtet Familie Schlender allabendlich auf ihrer Terrasse, die direkt in den Garten hineingebaut ist. Seit 1985 arbeitet Kornelia Schlender mit ihrem Mann an dem in fünf "Gartenzimmer" aufgeteilten Umfeld. Mit viel Fantasie und Bastlergeschick entstanden ein mediterraner Garten, ein Feuchtbiotop, ein Bauern-, ein Wald- und ein kleiner asiatischer Garten. "Ich habe 1000 Ideen", sagt Kornelia Schlender. "Trotzdem darf alles wachsen, wie es will, und ich greife nur ein, wenn es nicht passt."

Jeden Tag kostet das einzigartige Refugium Zeit, dazu eine komplette Urlaubswoche und viele weitere freie Stunden. Zerbrochene Dachsteine - handbemalt - tragen lateinische Namen und dienen als Hinweiszeichen für einzelne Sorten. Es gibt Steinkanten, einen Teich, Stufen, Sitzecken, Stühle und einen in die Hecke eingelassenen Fensterrahmen mit Ausblick auf die angrenzenden Felder. Rost und Chrom heißt eine eigene Kunstkreation, die Kornelia Schlender aus ausgegrabenen Fundstücken des Hofes zusammenfügte.

Im Kräuterbereich wachsen Lavendel und Basilikum, Zitronenmelisse und marokkanische Pfefferminze, Thymian und Salbei. Ein kleines Gewächshaus beherbergt Fleischtomaten. Und ein ausgeklügeltes Leitungssystem nutzt jeden Liter Regenwasser, der aufgefangen wird.

"Sterile Gärten, wie man sie oft in der Stadt sieht, passen hier nicht aufs Land", sagt Kornelia Schlender. "Man muss sich der Landschaft anpassen."

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