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Trasse nach Metzdorf kommt unter die Erde

Keine Freileitung über Metzdorf

Nadja Voigt / 20.09.2012, 22:38 Uhr
Metzdorf/Möglin (MOZ) Überraschende Wende im Streit um die seit Langem geplante 110-kV-Leitung zwischen Neuenhagen und Metzdorf: Der Energiekonzern E.ON edis nimmt Abstand vom Bau der Trasse und will die Kabel nun doch unter die Erde bringen.

Die betroffenen Gemeinden und vor allem die Bürgerinitiative "Keine Freileitung Neuenhagen-Letschin" freut das. "Auf Grund der geänderten Gesetzeslage haben wir zu unserem Projekt der Leitung Neuenhagen-Metzdorf die Frage der Errichtung einer 110-kV-Freileitung geprüft und sind hierbei zu dem Ergebnis gelangt, dass in diesem konkreten Fall öffentliche Interessen entgegen stehen." Das teilt der Pressesprecher des Energiekonzerns, Horst Jordan, mit. "Deshalb haben wir die Freileitungsplanung eingestellt und eine netztechnische Untersuchung gestartet, die sicherstellen soll, dass der bisher mittels Freileitung vorgesehene Abtransport insbesondere von EEG-Strommengen nunmehr durch gegebenenfalls neu zu errichtende Erdkabellösungen erfolgen kann."

Bestandteil des weiteren, jetzt gestarteten Prozesses, soll unter anderem die Information der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit sein, die entsprechend der gesetzlichen Vorgaben erfolgt, wie der Pressesprecher betont. Zu den Trägern der öffentlichen Belange zählt auch das Amt Barnim-Oderbruch bzw. die Gemeinde Reichenow-Möglin "Wir begrüßen die Erdverkabelung auf unserem Gebiet", sagt Wolf-Dieter Hickstein. Das sei eine sehr erfreuliche Nachricht. "Denn das war unser Ziel", sagt der Bürgermeister der Gemeinde Reichenow-Möglin.

Für dieses Ziel kämpfte auch die Initiative "Keine Freileitung Neuenhagen-Letschin". Seit Langem organisieren deren Mitglieder Plakataktionen und Fahrradkundgebungen, drucken Handzettel und nehmen an Konferenzen teil, um den Energiekonzern zu einer Erdverkabelung zu bewegen. "Ich bin sehr froh zu sehen, dass unsere Arbeit nicht umsonst war", sagt Martin Hollants, Sprecher der Bürgerinitiative. Wenn es die Arbeit der Initiative nicht gegeben hätte, so der Reichenower, stünde die 110-kV-Leitung bereits.

"Wir haben es geschafft, den Vorgang so lange heraus zu zögern und die Bürger entlang der Strecke für das Problem zu sensibilisieren und sie zu mobilisieren", sagt Hollants. Doch deshalb sei mit der Arbeit der Initiative noch lange nicht Schluss: "Wir werden weiter an dem Thema dran bleiben. Und wollen natürlich dann auch die Erdverkabelung kritisch begleiten.

Denn: "Unabhängig vom konkreten Projekt Neuenhagen-Metzdorf hält sich die E.ON edis AG die vom Gesetz her mögliche Errichtung von neuen 110-kV-Freileitungen grundsätzlich offen", betont Firmensprecher Horst Jordan.

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Till 15.11.2012 - 14:13:02

Erdkabel sind Stand der Technik

Ich freue mich sehr für die Bürgerinitiative! Erdkabellösungen bis 110 KV Nennspannung sind mit der Weile nicht mehr grundsätzlich teurer als die Freileitungsvariante. Erdkabel weisen zudem eine bessere elektromagnetische Verträglickeit auf. Darüber hinaus belasten Erdkabel nicht so wie Freileitungen die Umwelt und das Landschaftsbild. Freileitungen führen immer zu einem enormen Wertverlust aller anliegenden Immobilien. Also ich bin mit dieser Lösung sehr zufrieden!

H. Graumann 21.09.2012 - 19:32:20

Und die Kosten?

Erdkabel schön und gut aber Kosten die beim mehrfachen einer Freileitung liegen zahlen die Steuerzahler. Und nicht die aus ganz Deutschland, sondern nur die aus Brandenburg. Herzlichen Glückwunsch. Den vermeintlichen Sieg werden eir bald als Niederlage im Portemonaie bemerken.

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