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Tragisches Ende einer Klassenfahrt

© Foto: dapd
dpa / 27.09.2012, 16:08 Uhr
Michendorf (DPA) Kurz nach Mitternacht reißt der wuchtige Aufprall viele der 54 Kinder aus Polen plötzlich aus dem Schlaf. Auf der brandenburgischen Autobahn A 10 wird ihre Reise aus Poznan nach London jäh unterbrochen. Ein Lkw prallt auf ihren Bus. Der Fahrer hatte den auf dem rechten Fahrstreifen stehenden Bus zu spät bemerkt und stirbt mit seinem Beifahrer noch am Unfallort. Warum der Lastwagen auf den Bus auffuhr und warum dieser auf der Autobahn gehalten hatte, wird noch ermittelt.

Der Unfall muss in Polen schreckliche Erinnerungen wach werden lassen: Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 26. September 2010, ereignete sich ebenfalls in der Nähe von Berlin ein schweres Unglück mit einem polnischen Reisebus. Es forderte damals 14 Todesopfer.

In einem nächtlichen Großeinsatz kümmern sich Rettungskräfte um die Verletzten. Einige werden vor Ort behandelt, andere kommen vorsorglich ins Krankenhaus. Der Busfahrer muss operiert werden. Die meisten Kinder von etwa 14 Jahren werden gut zweieinhalb Stunden nach dem Unfall in den nahen Ort Beelitz gebracht. Dort ist das Feuerwehrtechnische Zentrum auf solche Notfälle vorbereitet.

Die ehrenamtlichen Helfer stellen zusätzliche Liegen in die Schulungsräume und versorgen die Gestrandeten mit Essen. "Wir konnten uns nur mit Händen und Füßen verständigen, doch es ging irgendwie", sagt Kreisbrandmeister Herbert Baier am nächsten Morgen. Die polnischen Betreuer sind erleichtert: "Allen Schülern geht es gut. Wir wollen Danke sagen, an alle die uns geholfen haben", sagt Alicja Przybilska. Am Nachmittag konnten die Schüler mit einem Ersatzbus nach Polen zurückkehren.

Der Staatssekretär im brandenburgischen Europaministerium, Henning Heidemanns, machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Den Kindern sei sicher zugute gekommen, dass sie alle angeschnallt waren, sagt er. Der Bus sei sehr modern gewesen. Die Betreuer hatten auch sämtliche Kontaktdaten der Eltern dabei. Schnell konnten die dann informiert werden, wie es ihren Kindern geht.

Um die Angehörigen der tödlich Verunglückten kümmerten sich die zuständigen Stellen in Warschau, sagt der Leiter der Konsularabteilung der polnischen Botschaft in Berlin, Mariusz Skórko. "Der Busfahrer wird wahrscheinlich noch sieben bis zehn Tage im Krankenhaus bleiben müssen", sagt er.

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