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Anlage am Himmelpforter Mühlenfließ soll erneuert werden / Eigentümer des angrenzenden Areals plant kleines Kraftwerk

Die Tage des Wehrs sind gezählt

Matthias Henke / 08.10.2012, 19:31 Uhr
Himmelpfort (MZV) Über die Zukunft des Wehres am Himmelpforter Mühlenfließ tauschte sich gestern Hans-Jürgen Heymann, Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Eberswalde, auf Einladung von der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Krüger-Leißner mit dem Eigentümer des Mühlengeländes, Tilman Kunowski, aus.

Das Wehr muss erneuert werden, daran führt kein Weg vorbei. "Momentan hat das Bauwerk noch ausreichend Standsicherheit, aber so ein Planungsprozess dauert erfahrungsgemäß einige Zeit", so der WSA-Chef. In vier Jahren könne dann womöglich mit dem Neubau begonnen werden. "Frühestens", fügte Heymann hinzu.

Ob das neue Wehr an gleicher Stelle wie bisher - also unmittelbar an die Mühle angrenzend - errichtet wird, ist derzeit offen. Bis Jahresende werde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, welche Stellen am Mühlenfließ dafür geeignet sind. Im Zuge des Neubaus der dann automatisch verstellbaren Anlage werde auch eine sogenannte Fischtreppe angelegt, sagte Heymann.

Tilman Kunowski seinerseits kann sich vorstellen, ein kleines Kraftwerk am Mühlenfließ entstehen zu lassen. Neben der Stromerzeugung könnte ein dafür nötiges Wasserrad - künstlerisch gestaltet - auch ein attraktiver Blickfang für Besucher des Ortes sein. Kunowski hatte mit seiner Lebensgefährtin Brit Eismann erstmals im August die Türen des Areals für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht und unter anderem Kunstworkshops angeboten (wir berichteten). Künftig sollen derartige Veranstaltungen mehrmals im Jahr stattfinden. Auch Ferienwohnungen im ehemaligen Speicher kann sich der Noch-Berliner gut vorstellen. Ein Wasserrad würde sich für ihn in das Gesamtensemble gut einfügen.

Ob ein Kraftwerk verwirklicht werden kann, hängt davon ab, wieviel Wasser das Mühlenfließ passiert. Das WSA habe einen Durchschnittswert von 0,5 Kubikmeter pro Sekunde ermittelt, so Heymann. Unter Berücksichtigung einer Fischtreppe werde diese Menge wohl kaum dafür reichen. Kunowski geht von einem Wert nicht unter einem Kubikmeter pro Sekunde aus.

Kunowski zeigte sich jedoch entgegenkommend, was Grundstücksfragen angeht. Denn ohne Privatland in Anspruch zu nehmen, wird sich das neue Wehr kaum realisieren lassen. Einige Nebengebäude stehen für ihn ohnehin zur Disposition, unter anderem der Flachbau direkt an der Brücke über das Fließ. Daher sei es sinnvoll, sich in planerischen Fragen abzustimmen.

Wenn das Wehr jedoch woanders gebaut wird, könnte sich der Konflikt um das Turbinenhaus auch entschärfen. "Ich klebe nicht daran", sagte Kurnowski. Das Gebäude sei ohnehin durch eine nachträglich eingezogene Zwischendecke schwer nutzbar. Derzeit erhebt der Bund Besitzansprüche auf das Haus , das direkt an die Mühle grenzt.

Weitere Informationen zu seinen Plänen mit dem Mühlengeländes stellt Eigentümer Tilman Kunowski im Internet bereit: www.muehle-himmelpfort.de

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