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Stahlbeton statt Rumpelbrücke

Von Schönefeld nach Kramnitz: Derzeit wird die Kappenverschalung für die Brücke gebaut. Uwe Hannemann und Jens Schulz bauten zuvor unter anderem an der Rollbahn des neuen BBI-Flughafens.
Von Schönefeld nach Kramnitz: Derzeit wird die Kappenverschalung für die Brücke gebaut. Uwe Hannemann und Jens Schulz bauten zuvor unter anderem an der Rollbahn des neuen BBI-Flughafens. © Foto: MZV/Schönberg
Christian Schönberg / 17.10.2012, 17:27 Uhr
Klosterheide (MZV) Sie war keine Brücke mehr, sondern eine Barriere - zumindest für alle Fahrzeuge mit mehr als drei Tonnen Achslast. Müllfahrzeuge beispielsweise kamen nicht mehr über Kramnitz zu den Bungalows nördlich des Gudelacksees. Das soll sich bald ändern.

Spätestens Mitte November soll der Neubau der Kramnitzer Brücke fertig werden. Derzeit bauen Uwe Hannemann und Jens Schulz von der Eurovia VBU an der Kappenverschalung. Sie schützt später davor, dass bei möglichen Schäden durch einen schweren Unfall die ganze Brücke wieder in Stand gesetzt werden müsste - quasi wie ein Puffer.

Sowas gab es vorher nicht. Jahrzehntelang war die Kramnitzer Brücke eine Rumpelstrecke: Eine Stahlplatte lag über Holzbohlen. Verkehrssicherheit sieht anders aus, sagt Helge Biemann.

Biemann ist Ingenieur vom Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft und Verkehrsbau (IWV) aus Neuruppin, das den Umbau plant. Viel freie Hand hat man nicht. Gesetzliche Vorgaben sind zu befolgen. Daher auch die Kappenverschalung. Für solch eine kurze Brücke ist "fraglich, ob sie überhaupt sein muss", findet Biemann. Aber Vorschrift ist Vorschrift.

Das galt im Übrigen auch für die Brückenplatte: 35 Zentimeter dicker Stahlbeton soll den künftigen Schwerlastverkehr garantieren. Wie lange die Platte nach dem Einsetzen aushärten muss, schreibt auch eine Konstruktionsrichtlinie vor. 28-Tage-Festigkeit nennt das der Fachmann. Aber Regenwetter kann die Zeit, bis sie erreicht wird, enorm beeinflussen.

Deshalb musste der Bau der Kappenverschalung über der Platte länger warten. Erst diese Woche legten Hannemann und Schulz los. "Wir wollten das schon 14 Tage vorher machen", so Biemann. "Aber wegen der drei, vier Regentage mussten wir länger warten."

Dennoch sei man mit den Bauarbeiten vielleicht eine knappe Woche im Verzug. So dürfte es nur noch ein paar Wochen dauern, bis der Bau vollendet ist. Nachdem der Beton der Kappenverschalung verhärtet, kommt nur noch der Asphalt drauf - die letzte Arbeit. Auch die Fahrbahnanschlüsse an die eigentliche Straße werden gepflastert. Dabei muss "angerampt" werden, wie Biemann sagt. Denn die Brücke ist etwas in die Höhe gewachsen, da trotz der massiveren Platte der Platz bis zum unten verlaufenden Wasser gleich bleiben, die Platte also nicht tiefer gelegt werden sollte. Durch das Anrampen wird es für die Autofahrer "keine Knickpunkte geben", so Biemann, sondern eben einen gleitenden Übergang.

Während das Drei-Tonnen-Verbotsschild bald abmontiert werden kann, ist aber noch unklar, welche Geschwindigkeitsbeschränkung gelten wird. Solange die Überführung nur aus loser Metallplatte und Bohlen bestand, galt in jedem Fall Tempo 10.

Dass die Straßenverkehrsbehörde bei neuer Brücke kein Tempolimit mehr vorsieht, scheint unwahrscheinlich. "Mehr als Tempo 30 darf nicht sein", findet Biemann. Das liegt vor allem daran, dass die Straße, die zur Brücke führt, und die Überführung selbst, direkt an einem Wohnhaus sind, vor dem es keinen abgetrennten Gehweg gibt. Angesichts dessen habe der Verkehrsabschnitt den Charakter einer verkehrsberuhigten Zone, schätzt der Ingenieur ein: "Die Brücke würde 50 aushalten, aber wir wollen hier doch keine Raserei fördern."

Schließlich ging's vor allem um eines: dass die Müllfahrzeuge künftig auf vernünftigem Verkehrsweg zu den Bungalows kommen. Derzeit tun sie dies noch über den Weg von Zippelsförde. Nicht befestigt und inmitten eines Natur- und Radfahrweg-Gebiets nimmt die Brücke ihm nun die Last des Schwerlastverkehrs.

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