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Furten und Unterstände für Fische

Sicher durch die Furt: Der Batzlower Sandro Knick, der die Mühlenfließ-Renaturierung ökologisch-fachlich begleitet, zeigt wie Fußgänger über die Trittsteine die Hauptfurt nahe der Weberbrücke bei Gottesgabe passieren können
Sicher durch die Furt: Der Batzlower Sandro Knick, der die Mühlenfließ-Renaturierung ökologisch-fachlich begleitet, zeigt wie Fußgänger über die Trittsteine die Hauptfurt nahe der Weberbrücke bei Gottesgabe passieren können © Foto: Ines Rath/MOZ
Ines Rath / 06.11.2012, 20:41 Uhr
Gottesgabe (MOZ) Das Batzlower Mühlenfließ ist derzeit eine Baustelle. Seit August sind an dem Gewässer in Regie des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (Gedo) Staue und andere Hindernisse beseitigt, ein Altarm reaktiviert und Furten, Fischunterstände sowie ein Sedimentfang gebaut worden.

"Gut, dass ich euch treffe. Sagt mir doch mal, ob und wie ich da durchkommen soll", sagt der ältere Herr, der sich als "ein Jäger aus Ringenwalde" vorstellt, zu den Gedo-Mitarbeitern. Er ist mit seinem Pick-up an der Furt in der Nähe der Weberbrücke bei Gottesgabe vorgefahren und traut sich nicht durch. René Biebermann steigt daraufhin in sein Dienstauto und passiert die Furt. Das Wasser reicht gerade bis zur Radfelge. "Die Furten sind nur etwa zehn Zentimeter tief", erklärt der Gedo-Mann. Fußgängern sollen die großen Trittsteine an der Furt das Passieren des Fließes erleichtern.

Fünf solcher Übergänge sind seit August am Batzlower Mühlenfließ entstanden. Sie ersetzen zurückgebaute ehemalige Rohrdurchlässe und tragen dazu bei, das Gesamtziel der vom Land und aus dem Naturschutzfonds geförderten Maßnahme zu erreichen: Das Fließ soll naturnaher und durchlässiger werden.

Dabei gehe es sowohl darum, durch aufgeweitete Gewässer bei Bedarf mehr Wasser in Richtung Alte Oder abfließen zu lassen als auch, das Wasser in der Landschaft zu halten und die Grundwasserneubildung zu fördern, erklärt Gedo-Verbandsingenieur Mirko Siedschlag. Er ist der Projektverantwortliche fürs Mühlenfließ. Und stolz auf das, was in den vergangenen Wochen geschafft wurde: Zwei Durchlässe mit Staukopf sind zum Beispiel in Abstimmung mit den betroffenen Landwirten zurückgebaut und durch neue Durchlässe ersetzt worden, die für Fische keine unüberwindbare Hürde mehr darstellen. Im Gegenteil: "Wir haben fünf Fischunterstände gebaut", verkündet Mirko Siedschlag. Fischunterstände?! Das seien abgedeckte kleine Buchten in der Böschung, in denen die Fische auf ihrer Wanderung stromaufwärts ausruhen können, erklärt der Gedo-Mann.

Zwischen der Weberbrücke und der B 167 ist der zugewachsene frühere Altarm des Fließes wieder hergestellt worden. Er verläuft jetzt parallel zu dem im Zuge der Melioration gebauten Graben. Und ist jetzt wieder das Hauptbett des Baches. Da über den Graben aber der Feuerlöschteich in Gottesgabe gespeist wird, musste dieWasserzufuhr durch einen regulierbaren Durchstich zwischen beiden Armen gesichert werden.

Damit nicht genug, sind im Mittelteil des Mühlenfließes aus den Batzlower Fischteichen eingespülte Sedimente entnommen worden. Um die Schlammeinträge künftig zu minimieren, wurde unterhalb der Fischteiche ein Sedimentfang mit vier Staustufen gebaut.

Bis zum Jahresende soll nun noch die Südseite des Mühlenfließes vor der Einmündung in den Friedländer Strom bepflanzt und die Sohle des Wiesengrabens bei Batzlow gesichert werden. Die Renaturierung des Batzlower Mühlenfließes kostet etwa eine halbe Million Euro.

Kommentare

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B.Lauterbach 07.11.2012 - 09:57:19

Was ist denn das??

Das dunkle Bild (Furten und Unterstände.....) zeigt und symbolisiert den "Weltuntergang" es sieht einfach furchtbar auf der ersten Seite der Lokalausgabe aus... man sollte doch einige Kenntnisse des Fotografierens mitbringen und beachten...schönen Tag noch B.L.

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