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Landtagsabgeordnete Mike Bischoff bei den Kindern der Landiner Kita

Vorlesen trotz Verbotes

Mike Bischoff, Mitglied des Landtages, liest Kindern der Landiner Kita Schlumpfhausen vor der filmreifen Kulisse des Landiner Schlosses ein Märchen vor. Die Kita befindet sich gleich hinter dem Schloss.
Mike Bischoff, Mitglied des Landtages, liest Kindern der Landiner Kita Schlumpfhausen vor der filmreifen Kulisse des Landiner Schlosses ein Märchen vor. Die Kita befindet sich gleich hinter dem Schloss. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Corneila Hendrich / 24.11.2012, 07:57 Uhr - Aktualisiert 24.11.2012, 17:29
Landin (MOZ) Der Landtagsabgeordnete Mike Bischoff (SPD) las am Freitag vor Kindern der Landiner Kita aus einem Märchenbuch. Allerdings nicht in der Kita, sondern draußen vor dem romantisch verfallenen Schloss. Denn in der Kita zu lesen war ihm in der vergangenen Woche vom Amt Oder-Welse verboten worden. Obwohl deutschlandweit am Vorlesetag Politiker und Prominente dazu aufgerufen waren, in Schulen und Kitas vorzulesen, um Kinder für Bücher zu begeistern.

Mit einem "freundlichen Augenzwinkern" sei diese Aktion gemeint, so Mike Bischoff. Selbst im Brandenburger Landtag sei er darauf angesprochen worden - als derjenige, dem das Lesen in einer Kita verboten worden sei. Zudem, erzählt er, haben sich bei ihm Bürgermeister der Region und viele Bürger gemeldet und ihr Unverständnis ausgedrückt.

Bei der Lesung mit dabei war auch die Ortsvorsteherin von Landin. "Ich finde es völlig unverständlich, dass Herrn Bischoff das Vorlesen verboten wurde", meint Verena Siewert. Sie lade den Amtsdirektor ein, gerne einmal selbst in der Kita Schlumpfhausen, die im Übrigen der Gemeinde gehört, vorzulesen. Es sei schon lange her, dass er einmal einen Besuch gemacht hätte.

Die Landiner Kindertagesstätte war vor zwei Jahren genau wie die Kitas von Pinnow und Passow gebeten worden, zum Amt Oder-Welse zu wechseln. Sie hatten sich dagegen heftig gewehrt. Während Pinnow und Passow nun zum Amt Oder-Welse gehören, ist in Landin weiterhin die Gemeinde der Träger der Kita.

Den Kindern war dies alles am Freitag egal. In einem kleinen runden Pavillon im Schlossgarten saßen sie im Rund auf Bänken vor der traumhaften Kulisse des Landiner Schlosses. In der Mitte wurde ein kleines "Märchenfeuer" entzündet. Mike Bischoff hatte ein großes, buntes Märchenbuch mit goldenem Rand mit und las daraus eindringlich die "Prinzessin auf der Erbse" vor.

17 Kinder der Kita "Schlumpfhausen" lauschten andächtig. Danach schenkten sie ihm zum Dank einen selbstgebastelten Troll und Schokolade. Das güldene Märchenbuch durften sie behalten.

Kommentare

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Ulrike Callies 26.11.2012 - 20:08:23

Partei ist doch egal

mir persönlich gefällt die Idee des Vorlesetags gut und als Mutter von zwei Kindern würde ich es persönlich als Bereicherung sehen, wenn kommunale Politiker sich mehr für die jüngere Bevölkerung interessieren würden, als nur für die Wähler. Was Herr Krause und Herr Bischof nun tatsächlich zwischenmenschlich auszutragen haben, ist für mich eher nebensächlich. Mich würde aber durch aus interessieren, inwiefern Herr Krause den haushalt seines Amtes Oder Welse als defiziös beschreibt und im gleichem Atemzug Notebooks verschenkt, die ja sicher nicht aus seiner eigenen Tasche bezahlt wurden....

Andreas Schwarze 26.11.2012 - 11:16:06

@ Frau Hendrich

Ist denn bekannt ob sich einer der Bürgermeister hat überzeugen lassen sein Notebook zurück zu geben. Betrachtet man die Reaktionen der Leser (Einwohner) ist dieses ja eine Forderung vieler. Folgebericht wäre top! ;-)

D. Sch. 26.11.2012 - 09:19:10

@SEB

Ja, wenn man dann weiß wo! Nämlich gleich neben den Artikel unter "Lesen Sie auch..." finden Sie den Beitrag vom 15.11.2012! Überschrift: "Eklat beim Vorlesetag"

Uwe 26.11.2012 - 07:37:21

Herr Krause FDP?

Das dieses Leseverbot eine unakzeptable Handlung des AD Krause war steht außer Frage. Dass es machtpolitische Interessen sind kann man schwer beurteilen. Aber wenn Herr Krause in der FDP ist, dann ist der Papst auch eine Frau. Herr Krause ist genau wie Herr Bischoff in der SPD.

Kati Baer 26.11.2012 - 06:12:41

Vorlesetag - Machtpolitisches Geplänkel

Herr Detlef Krause ist nicht nur AD vom Amt Oder Welse, sondern auch Kriestagsvorsitzender der FDP...so und spätestens jetzt weiss jeder Leser worum es dem hernn Kruase eigentlich ging mit seinem "Lese"verbot bzgl. Herrn Bischof (SPD). Politikgeplänkel über den Köpfen von Kindern hinweg...spitzfindig ausgedrückt, hat Herr Krause sein Amt missbraucht, um einem Parteikonkurenten einen "Rüffel" zu erteilen. Mich würde mal die Offizielle Ablehnung interessieren, die die Verwaltung da formuliert hatte. Schön von Herrn Bischof diese Ablehnung zu umgehen und zu zeigen worum es eigentlich ging am Vorlesetag....den KINDERN vorzulesen! Leider hat Herr Krause kein hymanes Händchen bzgl. seiner Wähler...jedes Jahr ist immer vor der Wahl und ich weiss welches Fraktion für mich nicht infrage kommt...FDP

SEB 25.11.2012 - 12:22:32

wenn man denn weis, wo...

hilft lesen bestimmt lieber Pedro. Das mag sein. Aber als ehemaliger Uckermärker habe ich die gedruckte MOZ nicht jeden morgen auf dem Frühstückstisch und auf die HP gucke ich nur ab und zu. Von daher kommt man sich schon etwas verarscht vor bei diesem Text. Liebe Redakteure: Kommt schon, ein Nebensatz mehr tut doch keinem weh. : )

Isenhagen 25.11.2012 - 05:15:45

einem Landtagsabgeordneten

das Märchenerzählen verbieten. Wo gibts denn sowas? Da hat sich der Herr Krause aber übernommen.

Pedro 24.11.2012 - 19:56:06

Lesen hilft

@SEB Vielleicht einfach mal den Artikel vom 15. November lesen, da steht es drin. Muss ja nicht in jedem neuen Artikel alles nochmal geschrieben werden. Wer kontinuierlich liest weiß bescheid.

SEB 24.11.2012 - 15:06:47

Ja und nu?

Warum wurde Herrn Bischoff das Vorlesen verboten? Ihre Artikel werfen in letzter Zeit mehr Fragen auf, als beantwortet werden.

Landiner 24.11.2012 - 10:07:43

Wolfgang Säger

Danke Frau Siewert für Ihren Mut, die offenen Worte, Ihr klares Denken. Hätte man doch auch unseren Bürgermeister dort erwatet, aber der klimpert sicherlich lieber auf seinem neuen Computer vom Amtsdirektor um besser Beschlüsse fassen zu können. Hier ist der durch im Dorf der Wolfgang! Na zumindest solang bis er das, ich traue es mich Bestechungsgeschenk zu nennen, nicht zurück gegeben hat im Pinnower Gutshof!

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