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Günterberger Frauen erinnern an Entstehungsgeschichte ihres Chores

44 Jahre Freude am Gesang

15 Frauen und ein Mann: Seit über vier Jahrzehnten treten die Sängerinnen des Günterberger Chores bei vielen Anlässen auf.
15 Frauen und ein Mann: Seit über vier Jahrzehnten treten die Sängerinnen des Günterberger Chores bei vielen Anlässen auf. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 27.11.2012, 07:45 Uhr
Günterberg (os) Seit 44 Jahren halten die Frauen von Günterberg den guten Ton. Mit ihren fröhlichen Volksgesängen sind sie über die Jahrzehnte hinweg beliebt geblieben. Ihre 1968 gegründete Singegruppe bereichert Dorffeste der gesamten Umgebung, Weihnachtsfeiern und Kulturhöhepunkte. Ein einziger Mann durfte seit der Gründung mitmachen: Werner Holzheimer mit Akkordeon - den meisten nur unter dem Pseudonym "Mozart" bekannt.

Zum 44. Geburtstag haben die sangesfreudigen Damen kein Sonderkonzert gegeben. Dafür treten sie zur Weihnachtszeit gemeinsam mit dem Angermünder Stadtchor in der Katholischen Kirche von Angermünde auf. Schon seit Jahren verbindet beide Ensembles eine gemeinsame Freundschaft. Sogar auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin ließen sie Volkslieder und Evergreens erklingen.

"Die meisten von uns hatten schon immer Freude am Singen", so Christel Schmidt. Sie ist seit 1981 dabei und erinnert sich noch an die Schulzeit in Greiffenberg mit eigenem Schulchor. Die Lust an Liedern und an der Gemeinsamkeit bei Auftritten kam ihr in all den Jahren nicht abhanden. Und so sieht man die 15 Frauen weiterhin jeden Mittwoch ins Gemeindehaus fahren, wo sie neue Texte und Melodien einstudieren, lachen, proben und auch mal ein Gläschen Wein aus der Einkaufstüte holen.

Genau so muss die Geselligkeit 1968 begonnen haben. Damals war es Edith Herzberg, die eine weibliche Strickrunde zum Singen animierte. Ein strenges Reglement sagen ihr die Damen heute noch nach. Wenig später war die Singegruppe des Demokratischen Frauenbunds gegründet und erhielt beim ersten großen Auftritt mit dem Liedchen "Heut ist ein wunderschöner Tag" zur Kreisleistungsschau der Chöre eine gute Note. Und das, obwohl die Frauen bis heute ohne Noten singen.

Zu den Mitgliedern der ersten Strickstunde zählt die mittlerweile 89-jährige Mike (Emilie) Winter, die weiterhin der Singegruppe die Treue hält. Jüngste Chorfrau ist Sandy Kurz, die auch mal einen Solo-Einsatz zeigt.

Den unsichtbaren Taktstock in der Hand hält Hannelore Bock aus Greiffenberg. "Durch das Singen wird das Leben einfacher und schöner", erklärt die Leiterin. "Selbst zu Hause beim Abwasch oder mit dem Besen in der Hand singe ich vor mich hin."

Obwohl die Singegruppe, die sich heute Frauenchor nennt, über all die Jahre ihre Mitgliederstärke halten konnte, bangen die Sängerinnen um den Nachwuchs. Junge Frauen aus den Dörfern der Umgebung sagen häufig ab, weil sie weite Wege zur Arbeit haben oder beruflich übermäßig belastet sind. Dabei werben die Sängerinnen auch mit dem Spaßfaktor und der Geselligkeit. "Es ist erstaunlich, wie schnell manche Lieder eingeübt werden", sagt Hannelore Bock. "Und auch die Älteren können noch sehr gut und hoch singen."

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