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Doch das Problem bleibt

Hat dennoch immer ein Lächeln im Gesicht: Kurt Krain aus Altfriesack fragt sich, wer nur die neue Regenentwässerung am Waldweg abgenommen hat.
Hat dennoch immer ein Lächeln im Gesicht: Kurt Krain aus Altfriesack fragt sich, wer nur die neue Regenentwässerung am Waldweg abgenommen hat. © Foto: MZV/Melzer-Voigt
Judith Voigt / 07.12.2012, 18:30 Uhr
Altfriesack (MZV) Eine rund 11 000 Euro teure Regenentwässerung wurde entlang des Altfriesacker Waldweges verlegt. Damit sollten die alten Probleme - riesige Pfützen an der Strecke - der Vergangenheit angehören. Sollten sie, tun sie aber nicht, wie der Anwohner Kurt Krain kritisiert. Er wird als Anlieger für den Ausbau zur Kasse gebeten, dabei weiß er noch nicht einmal, wofür er sein Portmonee öffnen soll.

630 Euro verlangt die Gemeinde Fehrbellin von ihm. "Warum?", ist die Frage, die sich der 82-Jährige stellt. Zwar ist die größte Pfütze entlang des Waldwegs verschwunden, aber noch immer fließt durch die neue Regenentwässerung nicht das ganze Nass ab. Vieles bleibt auf der Fahrbahn. Wenn es dann richtig kalt ist wie am Freitag gleicht die einer einzigen Rutschbahn. Oder das Wasser fließt in seinen Garten. Daher hat Kurt Krain diesen gar nicht erst komplett gepflastert, sondern Split verstreut.

Das Wasser auf seinem Grundstück ist ein altes Problem, es war schon vor der neuen Regenentwässerung ein Ärgernis. Vor zwei bis drei Jahren hat sich Krain an Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke gewandt. "Ich habe aber nie wieder was von ihr gehört", sagte er. Behnicke will das nicht so stehen lassen: "Ich war sogar vor Ort und habe mit alles angesehen", sagte sie am Freitag. Anschließend wurde ein kleines Abflusssystem vor Krains Haus installiert. "Aber wenn es richtig schüttet, hilft das auch nicht", meinte der Rentner.

Auch die Seitenstreifen, die eigentlich mit Gras bewachsen sein sollen, seien nicht richtig angelegt worden, bemängelte Krain. Denn keine Absperrung schützte nach den Bauarbeiten des Grün, sodass nun die ganze Fläche schon wieder zerfahren ist. Kurt Krain hatte gehofft, dass ihm Staub und Schmutz durch die befestigte Erde erspart werden, wenn es im kommenden Jahr wieder etwas wärmer wird. "Aber jetzt wird es so sein: Wenn es trocken ist, fahren Autos und schwere Fahrzeuge darüber und der ganze Dreck kommt bei mir am Haus an", so Krain. "Wer hat diese Bauarbeiten bloß abgenommen?"

Rasmus Krebs, der als Fachgebietsleiter Planung und Entwicklung der Gemeinde Fehrbellin für solche Projekte zuständig ist, war am Freitagnachmittag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Kurt Krain wohnt seit 1960 am Waldweg und hat die Entwicklung der Strecke ganz genau in Erinnerung. Früher standen auf der anderen Straßenseite noch keine Häuser, das ganze Regenwasser wurde direkt in den Wald geleitet. Als dann die ersten Gebäude errichtet wurden, war Schluss damit. "Diese Strecke hier wurde insgesamt schon fünfmal aufgebuddelt", erinnerte er sich.

Erst kam die Telekom, dann wurden Leitungen fürs Straßenlicht verlegt. Es folgten Erdgas, Wasser und jetzt das Regenwasser. Der Waldweg wurde asphaltiert, als die Altfriesacker Brücke gebaut wurde. "Hätte man das damals richtig gemacht, hätten wir die neue Regenentwässerung gar nicht gebraucht", war sich Kurt Krain sicher. Denn direkt vor seinem Haus fällt die Fahrbahn nach links und nach rechts ab. Wäre das nicht der Fall, könnte das Wasser in eine Richtung ablaufen - beispielsweise in den Graben, der sich am Anfang des Waldweges befindet.

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