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Groß Lindower wollen nicht für Wiesenauer zahlen

Ralf Loock / 09.12.2012, 07:49 Uhr
Groß Lindow (MOZ) Der geplante Straßenausbau Klixmühle wurde jetzt von der Gemeindevertretung vertagt. Zentrales Argument war dabei, dass von dem Projekt mehr die Wiesenauer und weniger die Groß Lindower profitieren.

Über den Ausbau der Straße Klixmühle wird schon seit Jahren diskutiert und gestritten, nun wollte die Gemeindevertretung Entscheidungen treffen. Die Amtsverwaltung des Amtes Brieskow-Finkenheerd hatte zwei Beschlussvorlagen erarbeitet, eine betrifft den Straßenausbau, die andere eine Gebietsübertragung, durch die ein Streifen von Wiesenau an Groß Lindow übergehen soll.

Denn die Straße befindet sich im Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Groß Lindow und Wiesenau. Im äußersten nordwestlichen Zipfel Wiesenaus gibt es zwei Siedlungen, deren Bewohner von dem Straßenbau profitieren würden. Die Beschlussvorlage, über die die Groß Lindower jetzt zu entscheiden hatten, sieht vor, dass die Gemeindevertretung der Übertragung der Wiesenauer Wochenendhaussiedlungen "An der Schlaube" und "Schlaubengrund" grundsätzlich zustimme. Das Wiesenauer Gremium hatte bereits einen ähnlichen Grundsatzbeschluss gefasst.

Eigentlich war damit alles fast klar, doch in der Aussprache in Groß Lindow kam es jetzt ganz anders. Immer mehr Redner kritisierten das Vorhaben und verweigerten ihre Zustimmung. Das zentrale Argument war dabei, dass die Groß Lindower Familien beim Straßenausbau ein Vorhaben finanzieren, von dem im wesentlichen die Bewohner der Wiesenauer Siedlungen profitieren. Die Kosten für den Straßenbau werden auf rund 120 000 Euro veranschlagt. Dabei geht man von einem Anliegeranteil in Höhe von 24 000 Euro und einem Gemeindeanteil in Höhe von 96 000 Euro aus, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Groß Lindows Bürgermeister Dietmar Otto sagte, dass das Vorhaben die Belastung einseitig verteile und daher so nicht tragbar sei. In Groß Lindow gebe es etwa zwölf Anlieger, die von dem Ausbau profitieren, in Wiesenau gebe es aber rund 50 Familien, die die neue Straße nutzen könnten, obwohl sie sich finanziell nicht daran beteiligt hätten. Der Hinweis auf die beabsichtigte Gebietsübertragung überzeugte die Groß Lindower nicht. Denn dies könne etwa zehn Jahre dauern, sagte Dietmar Otto. Mit dem Straßenbau aber soll im nächsten Jahr begonnen werden. "Uns sagt man, man könnte sich mit Wiesenau über die Kostenteilung verständigen - aber diese Worte ,man könnte' sind uns wenig", sagte er. Schließlich beschlossen die Gemeindevertreter mehrheitlich, die beiden Vorlagen zu vertagen.

Doch was nun? Groß Lindow fordere, dass es eine klare Vereinbarung mit Wiesenau über den Umgang mit den Kosten des Straßenbaus geben müsse, sagte Dietmar Otto am Freitag nach der Sitzung. Danny Busse, Amtsdirektor des Amtes Brieskow-Finkenheerd, kündigte nach der Beratung an, dass er mit allen Beteiligten sprechen wolle.

Wiesenaus Bürgermeister Rainer Bublak sagte dazu am Freitag, dass bei dem Straßenprojekt die Initiative von Groß Lindow ausgegangen sei. "Die haben es in diesem Jahr auf die Tagesordnung gesetzt, die wollen doch die Straße", sagte er. Man habe der Gemeinde Wiesenau vorgeschlagen, die Hälfte der Baukosten - also rund 60 000 Euro - zu übernehmen. "Das haben wir abgelehnt, wir sind zu einer Teilung bereit, aber wir tragen doch noch die Hälfte der Kosten eines Projekts, das in Groß Lindow liegt", sagte Rainer Bublak. Grundsätzlich sei er weiterhin zu Gesprächen und zu einer Kostenteilung bereit.

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Thorsten Neuhaus 10.12.2012 - 17:13:00

Friede zur Weihnachtszeit

Genau damit scheint es bei den Groß-Lindowern nicht weit her zu sein. Ich weiß nicht woran es liegt, dass immer dieser eine Ort versucht Tatsachen zu schaffen. Das Feuerwehrhaus wurde auf eigene Kosten finanziert um später festzustellen, dass man sich damit übernommen hat. Jetzt versucht man ähnliches, nur dass diesmal die Gemeinde Wiesenau den großen Kuchen bezahlen soll. Da dieses Gebiet zwar zur Gemarkung Wiesenau gehört, aber doch von der Lage her näher an Lindow liegt hat die Gemeinde Wiesenau sich mehrheitlich für eine Gebietsübertragung ausgesprochen. Woher Herr Otto die Erkenntnis nimmt, dass dies 10 Jahre dauert, entzieht sich meiner Kenntnis. Bisher sind nach der Wende mehr als 20 Jahre ins Land gegangen um jetzt festzustellen, dass diese Strasse unbedingt gebaut werden muß.

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