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Gefallen in der Schlacht von Mars-la-Tour

Für eine Zeit ohne Krieg: Glambecker und Gäste enthüllten das sanierte Kriegerdenkmal vor der Kirche.Foto: Jörg Tägder
Für eine Zeit ohne Krieg: Glambecker und Gäste enthüllten das sanierte Kriegerdenkmal vor der Kirche.Foto: Jörg Tägder © Foto: Jörg Tägder
Jörg Tägder / 10.12.2012, 18:06 Uhr
Glambeck (täg) Seit Sonntag erinnert das restaurierte Kriegerdenkmal vor der Glambecker Kirche wieder an die mörderische Schlacht von Mars-la-Tour.

Der ungleiche Kampf im deutsch-französischen Krieg in den Jahren 1870 und 1871 endete mit einem taktischen Unentschieden, aber mit einem strategischen Sieg Preußens und unsäglich vielen Toten auf beiden Seiten.

"Friede sei mit euch", leitete Pfarrer Ulrich Baller die Andacht vor der erneuten Weihe ein. "Wenn wir heute die Erinnerung an die Glambecker Wilhelm Rossow und August Behrendt wachhalten, geschieht das stellvertretend für die Opfer aller Kriege", machte der Geistliche klar.

Wilhelm Rossow war Reiter-Soldat im "1. Garde-Dragoner-Regiment", sein Halbbruder August Behrendt kämpfte als Artillerist. Am 16. August 1870 "lagen sie bleich auf dem Rasen, die Brust zerschossen, die Stirn zerklafft", wie Ferdinand Freiligrath später dichtete. Rossow starb in der Schlacht, sein Halbbruder erlag seinen Verletzungen erst drei Tage später.

Auf der Rückseite des Denkmals ist vermerkt: "Betritt unser Fuß nicht das Vaterland, so ruhen wir in fremdem Sand."

Dass dieser Erinnerungsstein restauriert und neu geweiht werden konnte, verdankt die Kirchengemeinde Glambecker Einwohnern. Marco Mäder richtete den Sockel wieder her und sorgte so für die nötige Standsicherheit. Hans-Georg Haack erneuerte mühevoll die kaum noch lesbare alte Schrift.

Pfarrer Ulrich Baller dankte neben den Handwerkern auch dem Löwenberger Gemeindebürgermeister Bernd-Christian Schneck (SPD), Ortsvorsteherin Sigrid Schwarz, dem Gemeindekirchenrat und Ortsbeiratsmitglied Hilde Peltzer-Blase für ihre wirkungsvolle Unterstützung.

"Es wird sein eine Zeit ohne Krieg", hatte Pfarrer Baller in der Andacht seine Vision vom friedvollen Miteinander entwickelt. Auch deshalb steht dieser Stein vor Glambecks Kirche.

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