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Grüne besuchen Asylbewerberheim Garzau / Intensive Gespräche

Grill-Geschenk gleich eingeweiht

Thomas Berger / 20.12.2012, 07:45 Uhr
Garzau (MOZ) Die 250 Bratwürste - mit Blick auf religiöse Vorschriften aus Geflügel statt Schwein - waren binnen weniger als einer Stunde verbraucht, und das Geschenk hatte seine erste Bewährungsprobe überstanden. Denn bei ihrem Besuch in der Wohn- und Begegnungsstätte der Kulturen in Garzau zum Tag der Migranten am Dienstagabend brachte die Abordnung vom Kreisverband der Grünen einen großen Grill als Spende mit.

Beim Rundgang durchs Haus und im Gespräch mit Heimleiter Wolfgang Türke informierten sich Landtagsabgeordneter Michael Jungclaus, der Beisitzer im Landesvorstand Axel Dosch, Gabi Zink-Ehlert vom Kreisvorstand sowie der Strausberger Ortsverbandssprecher Matthias Michel und Stadtverordneter Sebastian Lemke umfassend über die gegenwärtige Situation - und zeigten sich beeindruckt, was der Verein Sozialpark MOL als Träger der Einrichtung mit seinen geringen Mitteln leistet. So ist im Obergeschoss gerade der Sanitärbereich einschließlich Fußboden komplett erneuert und die Dusche mit Wasserspartechnik ausgerüstet worden: "Das sollte nach unserer Vorstellung im ganzen Haus Standard sein", so Türke. Angesichts einer 30 000-Euro-Investition jetzt fehlt dazu aber vorerst das Geld. Dafür könnte das im ehemaligen Lagerraum im Aufbau befindliche Internetcafé - die Technikausstattung stellte ein afrikanischer Verein - in Nutzung gehen, sobald die Leitung durch die Telekom verlegt sei.

Derzeit ist das Heim mit 147 Personen aus 21 Ländern - allein am Vortag gab es 13 Neuzugänge - im Grunde voll belegt. Selbst ein ehemaliger Gemeinschaftsraum oben wurde zu einem Zimmer für sieben Kenianerinnen umfunktioniert. Hausaufgabenhilfe für die Kinder könne man mit eigenem Personal anbieten - beim Deutschunterricht auch für Erwachsene wollen gerade die beiden Strausberger Grünen versuchen, vielleicht im Ruhestand befindliche Lehrer zu gewinnen. Hinsichtlich etlicher bürokratischer Hürden, beispielsweise bei Arztbesuchen, sei man im Gespräch mit dem Sozialamt zu möglichen Erleichterungen, sagte Türke auf Nachfrage. Für Kinder dürfe der Verein ja bereits selbst die Krankenscheine ausstellen. Auch ein denkbarer Umzug des Heims nach Strausberg mit seinen leergezogenen Kasernen war ein Gesprächsthema - dazu liefen bereits Überlegungen bei der Kreisverwaltung, hieß es.

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