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Ein Pavillon als krönendes Dach

Geschafft: Architekt Manfred Selle, Olaf Pistulla vom F÷rderverein und Sponsor Prof. J³rgen Reimann (v.l.n.r.) an der Garzauer Pyramide, jetzt mit Pavillon.
Geschafft: Architekt Manfred Selle, Olaf Pistulla vom F÷rderverein und Sponsor Prof. J³rgen Reimann (v.l.n.r.) an der Garzauer Pyramide, jetzt mit Pavillon. © Foto:
Margrit Höfer / 02.11.2009, 06:38 Uhr
Garzau () Seine Kindheit hat Prof. Jürgen Reimann in Garzau verbracht. Und so manchen Nachmittag auf der Ritterburg verspielt. Nicht ahnend, dass die Burg eigentlich die Reste von Deutschlands größter Feldstein-Pyramide waren. Und damals nicht wissend, dass er Jahre später der Finanzier des Wiederaufbaus wird. In einer Lebensphase, in der es ihm gut geht und er mit Mitte 50 darüber nachdenkt, was er noch erreichen will im Leben.

Zehn Jahre lang hat er gemeinsam mit vielen Enthusiasten aus dem Förderverein gewirbelt, dass eine der besonderen Hinterlassenschaften von Friedrich Wilhelm Graf von Schmettau (1743-1806) wieder entsteht. Nun bekam die Feldstein-Pyramide sein krönendes Dach. Einen Pavillon, der anhand alter colorierter Kupferstiche nachgebaut wurde. "Das ist ein bewegender Tag", sagt der Mediziner. Und lobt gleich wichtige Mitstreiter. Wie etwa den Berliner Architekten Manfred Selle, der unter anderem in Potsdam die Sanierung des Belvedere betreute und den Neuruppiner Rundtempel von Knobelsdorff. "Diese Pyramide ist ein Liebhaberstück", betont der Architekt. Und fügt an: "Ich bin sehr zufrieden mit der Ausführung des Pavillons. Er ist nicht zu groß dimensioniert und auch nicht historisierend, einfach perfekt". Olaf Pistulla vom Förderverein ist einer, der fast täglich zur Pyramide im ehemaligen Schmettauschen Landschaftspark gefahren ist. Und um jedes Detail kämpfte, dass alles wieder so wird, wie einst. Das war allerdings nicht ganz so einfach, denn es existieren keine Bauunterlagen, lediglich Kupferstiche. Doch das, was die einheimischen Firmen hier geleistet haben, sind sich die drei Enthusiasten sicher, ist gelungen. In der letzten Phase waren u. a. die AVB GmbH aus Altlandsberg dabei sowie die Dachdeckerfirma Olschewski &Fröhlich aus Eggersdorf.

Jetzt, wo der größte Teil gelungen ist, die Pyramide ihr Portal nach Carl Gotthard Langhans wieder hat, fehlen noch Details. Der Vorraum soll gepflastert werden, außerdem fehlen Schutzvorrichtungen an den Rundbögen. Unbedarfte nutzen diese, um Steine statt Geldscheinen hineinzuwerfen. Eine Eichentür samt Gitter soll am Eingang noch installiert werden.

Bei Touristen hat sich der Wiederaufbau längst herumgesprochen. Es kommen viele, die sie sehen wollen. Doch nur wer wirklich sehen kann, erkennt den wiederentstandenen Schatz. Ägypten in Form der Pyramide, das Portal, das an griechische Tempel erinnert und das Pantheon mit dem Deckenauge im Inneren. Und was kommt nun? Ein Buch will Professor Reimann herausbringen über den Wiederaufbau der Ritterburg zur Pyramide.

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