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Nachwehen eines Brandunglücks

Dichte Schwaden stiegen noch zwei Tage nach dem Brand auf. Das Gelände ist deshalb abgesperrt.
Dichte Schwaden stiegen noch zwei Tage nach dem Brand auf. Das Gelände ist deshalb abgesperrt. © Foto: MZV/Schönberg
Judith Voigt / 03.01.2013, 18:03 Uhr - Aktualisiert 04.01.2013, 15:25
Klosterheide (MZV) Ab und zu flackern zwischen den dichten Schwaden noch ein paar Flammen auf. Gefahr geht aber nicht mehr von den Dutzenden von Stroh- und Heuballen aus, die auf einem abgesperrten Gelände in Klosterheide vor sich hin qualmen. Neben einem verrußten Mähdrescher und einem Traktor-Wrack sind das die Überreste des Unglücks, das in der Neujahrsnacht über das Landwirts-Ehepaar Bernd und Irmgard Franke hereinbrach: Deren Berge-Halle war abgebrannt (RA berichtete).

Am Donnerstag wusste Irmgard Franke, dass sie den Schaden nicht so einfach ersetzt bekommen werden. "Unsere Versicherung hat uns gesagt, dass der Gebäudeschutz nur für das eine, größere Stallgebäude gilt", sagte die Klosterheiderin. Dabei sind die Folgen gravierend. "Es konnte ja nichts gerettet werden", sagte die Frau. Der Traktor war ohnehin nicht mehr funktionstüchtig. Den Mähdrescher konnte ihr Mann trotz des Versuchs, ihn in einer wagemutigen Aktion aus der Berge-Halle zu ziehen, nicht mehr retten. Stroh und Heu war rasch unbrauchbar. Alte Traktor-Reifen in der Halle brannten ebenfalls.

Die Polizei schätzte den Schaden auf 100000 Euro - und wegen Brandstiftung, vielleicht fahrlässiger oder sogar vorsätzlicher Art. Die Ergebnisse könnten auch für Frankes wichtig werden. Denn: "Die einzige Chance für uns, den Schaden ersetzt zu bekommen, wäre ja nun vom Verursacher", betont Irmgard Franke.

Aber sie und ihr Mann sind nicht nur zornig. Beide empfinden auch viel Dankbarkeit - vor allem den Einsatzkräften der Feuerwehr und den Mitarbeitern des Rettungsdienstes der Ruppiner Kliniken gegenüber. Das haben sie am Donnerstag in einer öffentlichen Mitteilung deutlich gemacht. "Unser besonderer Dank geht an die Betriebsleiter des Dierberger Milchhofs und der GbR Wulkow", so das Ehepaar. Denn: Beide Agrarunternehmen, die mit ihren Radladern dafür sorgten, dass das brennende Pflanzengut aus der Halle geholt werden konnte, haben ihnen dafür nichts in Rechnung gestellt. "Auch bei allen Klosterheidern, die uns während der elf Stunden halfen, und uns Mut zusprachen, möchten wir uns bedanken", so Irmgard Franke.

Insbesondere der selbstlose Einsatz von Axel Nettelbeck, dem Klosterheider Feuerwehrmann, ist ihr in bester Erinnerung geblieben: "Zuerst wurde ja ein Containerbrand vermutet", so Franke. Der 28-Jährige sei aber sofort nach Lindow zur Wache geeilt und habe die dort sich versammelnden Aktiven über das eigentliche Ausmaß unterrichtet. Erst darauf hin sei die ganze Amtswehr in Einsatzbereitschaft versetzt worden, erzählt Franke.

Amtswehrführer Ulrich Kausel bestätigte, dass bei der ersten Notrufmeldung per Funk tatsächlich nur von einem Container-Brand die Rede war. "Axel Nettelbeck hat wirklich gute Arbeit geleistet", bestätige er. Vor allem konnte er mit seiner Ortskundigkeit alle nötigen Wasserentnahmestellen sofort zeigen. Der Klosterheider ist der einzige Feuerwehrmann in dem Lindower Ortsteil. Die Einheit dort war Anfang 2012 aufgelöst worden.

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