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Ein kleines bisschen Abenteuer

Ganz entspannt: Die Tiere von Elmar Fust und Sabine Kühn gehen meist sehr viel gelassener an die Touren als die Menschen, mit denen sie durch die Natur ziehen.
Ganz entspannt: Die Tiere von Elmar Fust und Sabine Kühn gehen meist sehr viel gelassener an die Touren als die Menschen, mit denen sie durch die Natur ziehen. © Foto: MZV/ Russew
Georg-Stefan Russew / 04.01.2013, 18:29 Uhr
Frankendorf (MZV) Stahlblaue Augen sind ihr Markenzeichen - Sibirische Huskys. In Frankendorf hat eine 24-köpfige Hundemeute ihr Zuhause. Elmar Fust und Sabine Kühn betreiben dort seit mehr als sechs Jahren einen Freizeit- und Tourismusservice.

"Wir sind deutschlandweit mittlerweile etabliert", meint Fust. Die Geschäfte würden gut laufen. Über das ganze Jahr hinweg würden mehrere Hundert Besucher nach Frankendorf kommen.

Im Mittelpunkt stehen natürlich ihre Schlittenhunde. Unter fachkundiger Anleitung kann zu Fuß oder im Schlitten auf Exkursion durch die Wälder im Ruppiner Land gegangen werden. "Das ist ein kleines Abenteuer." Interessierte können auch auf direkte Tuchfühlung mit den Vierbeinern gehen. Sibirische Huskys sind nämlich äußerst friedfertig und dem Menschen gegenüber sehr freundlich. Wegen ihres tollen Wesens eignen sie sich sogar für einen Einsatz im sozialpädagogischen Umfeld.

Besucher können die Tiere ohne Bedenken anfassen, streicheln und die Huskynatur ergründen. "Es ist uns ausgesprochen wichtig, dass die Zweibeiner ein Gefühl für die Hunde bekommen", erklärt Fust. Die Tiere gehen auf fremde Menschen aufgeschlossen und freudig zu. Sie nehmen gern Kontakt zu ihnen auf.

Im Huskyrudel selbst geht es sehr gesittet zu, berichtet Elmar Fust. "Wir haben jeweils ein männliches und weibliches Alphatier", sagt der gelernte Chemikant. Beide "regieren" das Rudel sehr souverän. "Zu wirklichen Prügeleien kommt es nur sehr selten." Rangniedere Tiere müssen vor ihren Chefs keinesfalls kuschen und sich alles gefallen lassen. "Wenn es den rangniederen Tieren nicht mehr passt, zeigen sie es den Alphatieren schon. Die gehen damit dann sehr gelassen um", erklärt der Hundeführer.

Vor den Touren mit dem Schlitten oder Wagen stellen Fust und sein Team die Tiere jedem Exkursionsteilnehmer einzeln vor. Im Freilauf und beim Spielen kann man die Hunde beobachten und erfährt Wissenswertes über das Rudelverhalten und das Training der Tiere. "In einem Vorgespräch werden dann wichtige Informationen zur Ausrüstung, Fahrtechnik sowie Sicherheit beim Training mit den Huskys vermittelt."

Später wird zusammen mit den Helfern angeschirrt und das Gespann vorbereitet. Danach geht es los und auf Tour lernt man sein eigenes Huskygespann unter fachkundiger Anleitung führen.

Ähnlich läuft es bei den Wandertouren. Jeder Teilnehmer bekommt einen Husky, der per Gurt und Leine mit ihm verbunden wird. "Hier kommt es auch auf die richtigen Kommandos an", erklärt der Profi-Musher. Musher ist der grönländische Fachausdruck für den Gespannlenker. Aber die Tiere sind gelehrig. "Wandern mit Husky bedeutet, intensiven Kontakt zum Tier aufzubauen, etwas Hundesprache zu lernen und dann mit dem Tier für die Zeit der Wanderung ein Team zu werden", so Fust. Der Berliner Martin Latsch war schon zu unzähligen Touren in Frankendorf. "Man glaubt gar nicht, welchen Kontakt man auf einer Wanderung zu einem Tier bekommt. Das ist so intensiv", schwärmte Latsch. Mindestens einmal pro Jahr kommt er jetzt ins Ruppiner Land nach Frankendorf, um mit seinen Vierbeinern auf Wanderung zu gehen.

Mittlerweile kommen sogar ganze Firmen zur Frankendorder Huskyfarm. In Sachen Rudelverhalten würden die Chefs und Abteilungsleiter von den Tieren einiges mit auf den Weg bekommen. "Da gibt es zahlreiche Parallelen und einiges an Gelassenheit zu lernen", bestätigt auch Fust.

"Schlittenhunde zu haben und mit ihnen zu trainieren, ist wie eine Sucht, von der ich nie mehr loskommen werde", gab Fust zu. Einmal angespannt und auf Trab erreicht so ein Hundegespann schon mal 40 Kilometer pro Stunde.

Mehr findet sich auch unter www.freizeit-mit-huskies.de .

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