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Land unter auf der L 173

Viele kleine Seen: Am Rand der Fahrbahn der Landesstraße 173 reiht sich Pfütze an Pfütze. Besonders im Winter ist die Strecke laut Ortsvorsteher Wilhelm Seeger gefährlich.
Viele kleine Seen: Am Rand der Fahrbahn der Landesstraße 173 reiht sich Pfütze an Pfütze. Besonders im Winter ist die Strecke laut Ortsvorsteher Wilhelm Seeger gefährlich. © Foto: MZV/Melzer-Voigt
Judith Melzer-Voigt / 10.01.2013, 18:03 Uhr
Königshorst/Dechtow (MZV) An das Holpern haben sich Autofahrer auf der Strecke zwischen Dechtow und Königshorst mittlerweile gewöhnt. Doch die teils riesigen Pfützen, die bei Frost zu spiegelglatten Flächen werden, will Königshorsts Ortsvorsteher Wilhelm Seeger nicht hinnehmen.

Die Fahrbahn von Dechtow in Richtung Königshorst mag ja noch gehen, doch auf der Gegenspur der Landesstraße 173 reiht sich nach den regnerischen Tagen Pfütze an Pfütze. Kommt einem ein anderes Auto entgegen, ist Ausweichen nicht mehr drin - und das eigene Fahrzeug versinkt im Wasser. Den Grund dafür, dass das Nass nicht abfließt, hat Wilhelm Seeger längst herausgefunden: "Das liegt am Straßenrand, der stellenweise viel höher ist als die Straße selbst", sagt er. Daher finde das Wasser keinen Weg von der Fahrbahn. "Und was ist, wenn jetzt am Wochenende wieder Frost kommt?", fragt der Ortsvorsteher. Er vermutet, dass die Landesstraße 173 in den folgenden Tagen, für die Minusgrade vorausgesagt werden, zu einer Eisfläche wird - und damit noch gefährlicher für Autofahrer.

Laut Seeger haben auch viele Ortsfremde mit den Schäden zu kämpfen. Denn wenn es einen Unfall auf der Autobahn 24 gibt und die Strecke gesperrt ist, fahren viele in Fehrbellin ab. Seegers Erfahrung nach zeigen an dieser Stelle viele Navigationsgeräte als Umleitung den Weg über Dechtow und Königshorst an. Gleiches gilt für Leute, die von der Autobahn aus nach Nauen möchten. Auch sie werden über die marode Landesstraße 173 geführt. "Das trifft vor allem auf die Wochenenden zu", sagt der Ortsvorsteher.

Dem Landesbetrieb Straßenwesen, der für die Strecke zuständig ist, ist das Problem nicht unbekannt. Laut Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung West bei der Behörde, gehöre die L 173 aber zum "Grünen Netz" des Landesbetriebs. "Es gibt ein Grundnetz und ein grünes Netz", erklärt Schmidt. "Das grüne Netz sind Landesstraßen von geringer verkehrlicher Bedeutung in ihrer Verbindungsfunktion. Dieses grüne Netz wird nur unterhalten und nur in einem sehr eingeschränktem Maße ausgebaut und erneuert."

Außerdem hat der Landesbetrieb vor allem ein Problem mit dem Geld, das in den Ausbau oder die Sanierung der Strecke gesteckt werden müsste: "Auf Grund der Haushaltssituation im Landesstraßenbau-Haushalt ist für diese Straße kein Ausbau geplant. Die zuständige Straßenmeisterei wird diese Straße mit ihren Mitteln befahrbar halten", so Schmidt. Die Argumentation mit dem "Grünen Netz" kennt Seeger zur Genüge. "Aber die Verkehrssicherheit muss doch trotzdem gewährleistet werden", sagt er. Natürlich würde er sich eine grundhafte Erneuerung der L 173 wünschen, doch er ist sich auch bewusst, dass das unwahrscheinlich ist. "Aber wenigstens die Sicherheit des Verkehrs muss garantiert sein."

Seeger hatte am 15. November einen Vor-Ort-Termin mit einem Vertreter des Landesbetriebs, bei dem er noch einmal auf die Schäden aufmerksam gemacht hat. "Wir haben uns in Dechtow getroffen und sind die Straße dann abgefahren", sagt der Ortsvorsteher. "Ich habe dann die Stellen gezeigt, an denen der Randstreifen einfach nur etwas beräumt werden müsste, sodass das Wasser wieder abfließen kann." Diese Arbeiten zur Erhaltung müssen laut Seeger möglich sein. "Das kostet auch nicht so viel Geld, wenn sich da jemand eine Schippe nimmt", ist er sich sicher. Doch seit dem 15. November ist nicht mehr passiert, als dass ein neues Straßenschild aufgestellt wurde. "Da steht jetzt, dass es Straßenschäden auf den nächsten vier Kilometer gibt", erklärt Seeger. "Wird dadurch die Verkehrssicherheit verbessert?"

Im Sommer wurden laut Seeger einige Löcher auf der Fahrbahn ausgebessert. Doch längst nicht alle wurden repariert. "Und genau da sammelt sich jetzt auch das Wasser an", so der Ortsvorsteher. Die Einwohner Königshorsts kommen oft auf ihn zu und beschweren sich über die Straße. "Sie sind unzufrieden", weiß Seeger. Um beispielsweise nach Fehrbellin zu kommen, nutzen viele schon die Umleitung über Lobeofsund und Betzin. "Aber wir werden mit Sicherheit nicht aufhören, uns über die Straße zu beschweren", so Seeger. Und er hat nicht vor, locker zu lassen. "Wenn meine Beschwerden nichts bringen, werde ich mich eben öfter zu Wort melden."

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