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Förderverein Denkmalpflege Günterberg will historisches und touristisches Kleinod retten

Hoffnung für die Burgruine

Durch dichtes Gestrüpp: Bürgermeister Wolfgang Krakow und Landrat Dietmar Schulze besichtigten das verwucherte Gelände der Burg.
Durch dichtes Gestrüpp: Bürgermeister Wolfgang Krakow und Landrat Dietmar Schulze besichtigten das verwucherte Gelände der Burg. © Foto: MOZ
Daniela Windolff / 17.01.2013, 21:00 Uhr
Günterberg/Greiffenberg (MOZ) Die Burg Greiffenberg soll touristisch ebenso so anziehend werden wie der Grützpott in Stolpe, eine reizvolle Kulisse für Theater, Feste und Konzerte und Forschungsstätte für Historiker bilden. Darum kämpft seit Jahren ein ehrenamtlicher Verein. Jetzt keimt Hoffnung auf dem verwilderten Ruinengelände.

Es ist sehr lange her, als die Ritter von Greiffenberg und später die Lehnsherren von Sparr von den Festungsmauern der Burg über das Sernitztal und die Handelsstraße zwischen Pommern und Brandenburg wachten. Es ist auch lange her, seit auf dem Burgberg Burgfeste und Führungen die wechselvolle Geschichte dieses Denkmals und damit des Städtchens Greiffenberg wieder lebendig werden ließen. 2008 wurde hier zum letzten Mal ein Burgfest gefeiert, damals noch mit Kulturministerin Johanna Wanka und großen Visionen, wie das historisch wertvolle Ensemble saniert und nutzbar gemacht werden kann.

Der Förderverein Denkmalpflege Günterberg, in dessen Gemarkung die Burg thront, hatte nach Jahrzehnten des Vergessens und Verfalls vor einigen Jahren begonnen, Konzepte und Ideen zu entwerfen, um das kulturhistorische Kleinod zu erhalten und touristisch zu entwickeln. Die Universität Bamberg setzte die 1913 durch Otto von der Hagen aus Schmiedeberg begonnenen Forschungsarbeiten fort. Die Gemeinde pflegte den gesamten Burgberg. Doch der Enthusiasmus wurde jäh gedämpft, weil es an Geld und Unterstützung mangelte. Das Gelände wucherte wieder zu. Das Gemäuer bröckelt. Die Stadtverwaltung Angermünde, die nach der Gemeindegebietsreform Eigentümer der Burg wurde, sperrte kurzerhand 2010 das Burggelände aus Sicherheitsgründen ab. Denkmalschutz mit Zäunen und Sperrbändern. Doch Denkmalverein und Ortsverein Greiffenberg ließen nicht locker.

Auch die SPD-Fraktion der Stadt pocht inzwischen mit einem Antrag auf die Umsetzung des Erholungskonzeptes, zu dem auch die Burg Greiffenberg gehört. Nach einem gemeinsamen Termin der beiden Vereine, Ortsbeiräte und des Bürgermeisters mit dem Landrat in dieser Woche scheint der Knoten nun geplatzt zu sein. Bürgermeister Wolfgang Krakow und Landrat Dietmar Schulze diskutierten mit den Initiatoren auf Augenhöhe, welche Möglichkeiten der Finanzierung, Förderung und touristischen Nutzung realistisch seien.

Kostenschätzungen des Fördervereins Denkmalpflege gehen von rund 500 000 Euro aus, um das Gelände zu modellieren und begehbar zu machen, Wege anzulegen, Versorgungsleitungen für Strom und Wasser zu verlegen und die Burgreste zu restaurieren. Doch zur Zeit sind die Fördertöpfe ausgebucht, sprach Schulze Klartext. Es gäbe zwei mögliche Förderprogramme für dieses ehrgeizige Projekt - die ländliche Entwicklung und die Förderung der Pomerania. Letztere setzt aber einen polnischen Partner voraus, der ebenfalls investiert. Zusätzlich könne man aus der Denkmalförderung des Landkreises kleinere Summen beisteuern.

Auch 10 000 Euro können sehr viel Geld sein, weiß Wolfgang Krakow von anderen Projekten wie der Alten Brauerei. Voraussetzung sei, dass die Stadtverordnetenversammlung einen Grundsatzbeschluss fasst. "Für mich ist wichtig, dass Menschen vor Ort dahinter stehen, die sich wirklich engagieren und man keine Potemkinschen Dörfer baut, sondern ein langfristiger Nutzen für den Ort entsteht", so Bürgermeister Wolfgang Krakow.

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Burgfräulein 18.01.2013 - 10:28:47

Schön, dass sich der Ruine endlich angenommen wird.

Nur leider wird sich am "Ambiente" ringsum nicht viel ändern lassen. Wirklich schade, das dieses vermölte "gewerbliche Umfeld" des Burgberges einen sehr traurigen und gar nicht einladenden Eindruck vermittelt.

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