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DDR-Radsport-Legende Gustav Adolf "Täve" Schur zu Gast im Schweizerhaus Falkenhagen

"Täve" Schur zu Gast in Falkenhagen

Doris steinkraus / 22.01.2013, 07:07 Uhr
Falkenhagen (MOZ) Mit Charme und Humor erzählte er von seinem Leben als Radsportler - DDR-Sportlegende Gustav Adolf Schur, den die meisten nur als Täve kennen. rund um den Radsport. Schur war am Sonntag der Einladung des Kultur- und Kunstvereins ins Schweizerhaus gefolgt und zeigte sich bestens aufgelegt. "Wir hatten herrliche Erlebnisse, aber es war eine Schinderei bis zum Umfallen", gestand er. "An der Strecke standen immer Menschenmassen und einige übergossen uns mit Wasser aus Eimern zur Erfrischung. Einmal traf mich das Wasser mit so einer Wucht, dass ich vom Rad fiel, weil ich so geschafft war."

Fernsehjournalist Siegfried Leske entlockte dem einstigen Radsport-Idol so manche Episode. Zu Beginn verfolgten die Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal eine Reportage über Täve.

In dieser Zeitreise - beginnend in den fünfziger Jahren bis heute - gab es neben historischem Filmmaterial über Täves sportliche Erfolge auch einen Überblick seines Lebens. Der heute 82 jährige Täve erzählte, dass er als junger Mann immer mit dem Rad zur Arbeit gefahren und dabei auch Bussen hinterher gejagt sei. So entstand der Wunsch, Radsportler zu werden.

Im Film erzählt auch Sportmoderator Heinz-Florian Oertel - wie Täve selbst eine Legende im DDR-Sport - über den einstigen Radsportstar. Er sei immer der vernünftigste und bescheidenste gewesen. Seine ehemaligen Teamkollegen hätten ihm berichtetet, dass er nie unfair gewesen sei und auch jeder fremden Mannschaft geholfen habe.

Und so erlebten ihn auch seine Fans in Falkenhagen. Er stellte nicht so sehr seine sportlichen Erfolge in den Vordergrund und sagte: " Das bestimmende in meinem Leben war mein gutes Umfeld, Arbeit und Familie. Geld ist wertvoll, aber nicht alles und die höchste Auszeichnung für einen Sportler ist die Popularität und sind seine Fans." Zum Thema Doping im DDR-Radsport versicherte der Gast: "Bis zum Ende meiner sportlichen Laufbahn 1964 nicht."

Für Evelyn Fritz steht fest: "Täve ist Idealist aus der Historie bedingt." Heinz Allert aus Frankfurt (Oder) zeigte Täve Schur eine kleine Mappe. Sie enthielt Fotos und Zeitungsartikel, gesammelt seit 1950, als er begann, die Radsportkarriere von Täve zu verfolgen.

Im Anschluss hatte der Gast viele Autogrammwünsche zu erfüllt. Der Erlös der DVD, die Schur auf solchen Touren dabei hat, komme dem Friedensfahrtmuseum zu Gute, wie er betonte.

Er verabschiedete seine Gäste mit den Worten: "Bleiben Sie klar im Kopf, denken Sie an Ihre Gesundheit. Man bewegt sich nicht weniger, wenn man alt wird, sondern man wird alt, wenn man sich weniger bewegt".

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