Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Erörterungsgespräch zum angestrebten Hochwasserschutz westlich des Brieskower Sees

Plan für Seedeich stark geändert

Ralf Loock / 24.01.2013, 06:23 Uhr
Brieskow-Finkenheerd (MOZ) Auf deutliche Änderungen beim geplanten Seedeich in Brieskow-Finkenheerd hat man sich am Mittwoch bei dem Erörterungstermin im Gemeindezentrum verständigt. "Mit dieser Lösung wäre ich wunschlos glücklich", teilte Bürgermeister Ralf Theuer weiter mit.

Zu dem Vorhaben liegen 18 Einwände vor, davon haben 15 Autoren ihre Teilnahme an der Erörterung zugesagt, teilte Versammlungsleiter Rainer Simon vom Landesumweltamt zu Beginn. Abzuarbeiten hatte man eine umfangreiche Tagesordnung, so wollte man vormittags über die Stellungnahmen unter anderem des Landkreises Oder-Spree, der Ewe.Netz GmbH, der E.On edis AG und des Landesbetriebs Straßenwesen sprechen. Nachmittags waren die Kritiken der Einwohner angesetzt.

Die Versammlung war eigentlich nichtöffentlich, konnte aber zu Beginn im allgemeinen Konsens zu einer öffentlichen Beratung erklärt werden. So durfte auch ein Vertreter einer Neuzeller Bürgerinitiative im Saal bleiben. "Ich will wissen, wie man in Brieskow-Finkenheerd mit dem Thema umgeht", sagte der Gast. Thorsten Thaddey und Gerrit Fromhold-Treu vertraten das Landesumweltamt. Zum Ziel der Planungen für den Deich westlich des Brieskower Sees sagte Gerrit Fromhold-Treu einleitend: "Gegenwärtig wird das Baulos 47 geplant. Mit künftiger Fertigstellung des Deiches der Seestraße in Richtung Umspannwerk wird damit der Brieskower See dreiseitig eingedeicht. Mit geschlossenem Sielbauwerk an der Brücke Seestraße sind dann die tiefer liegenden Ortslagen vor Hochwasser geschützt."

Über das Vorhaben wird schon seit Monaten diskutiert und gestritten. Dabei kursieren inzwischen verschiedene Planungsentwürfe. Allgemein kann man sagen, dass der Seedeich etwa in Höhe der Gaststätte Fischer Schneider und Jugendclub beginnen und westlich des Brieskowers Sees nach Norden etwa bis hinter die ehemalige Schwimmhalle führen sollte. Diese Strecke wurde in drei Abschnitte eingeteilt, in denen mal nur eine Spundwand, mal ein Erddeich mit Spundwand zum Einsatz kommen sollten.

Die bisherige Planung sah vor, so erläuterte es Ralf Theuer, dass im ersten Abschnitt vom Jugendclub bis hinter dem Volleyballplatz nur eine Metallwand installiert wird. In der nun erzielten Einigung soll dieser erste Abschnitt unverändert bleiben.

Die zweite Etappe erstreckt sich vom Volleyballfeld über die Hochspannungsmasten bis hin zur Wendeschleife. Hier war bislang ebenfalls eine reine Spundwand vorgesehen. Gerrit Fromhold-Treu hatte zu Sitzungsbeginn bereits auch einen zusätzlichen Erddeich in Aussicht stellt. "Wir haben uns jetzt für den zweiten Abschnitt auf folgende Lösung geeinigt: Die ersten 160 Meter gibt es einen Metallschutz mit einer begehbaren Deichanschüttung. Der zweite, Richtung Norden folgende Teil besteht nur aus der Spundwand", sagte Ralf Theuer.

Für den dritten Abschnitt von der Wendeschleife bis hinter die ehemalige Schwimmhalle war nach der alten Planung nur ein Erddamm vorgesehen. "Dieser Entwurf wird komplett geändert", sagte er. Der Erddeich nach Norden entfällt, dafür gibt es einen knapp 60 Meter langen Wall, der im rechten Winkel nach Westen führt. "Auf alle diese Änderungen haben wir uns gemeinsam verständigt", sagte der Bürgermeister. Dies bedeutet aber auch, dass man die Baupläne ändern und erneut eine Anhörung starten müsse. Ralf Theuer hofft, dass man die zeitlichen Verzögerungen begrenzen könne.

Einen Aufschub befürchtet auch Maximilian Zarembski, einer der vom Hochwasser bedrohten Anwohner. Ein Konsens sei zwar erreicht worden, was die Gefahr von Gerichtsklagen eindämmt. Aber die vereinbarte Trassenänderung bedeute auch: Es "muss erneut eine Anhörung stattfinden", so Maximilian Zarembski.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG