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Startschuss für das Projekt "Klimadorf Breydin" / EU-Unterstützung aus dem LEADER-Programm

Energiewende als Geschäftsmodell

Brigitte Horn / 01.02.2013, 23:16 Uhr
Breydin (MOZ) Was eine Dorfkneipe und Rotwein mit Klimaschutz zu tun haben, war am Donnerstagabend in der Fachwerkkirche Tuchen zu erfahren. Vorgestellt wurde dort das Projekt "Klimadorf Breydin". Mehr als 50 Interessierte waren zu der Veranstaltung gekommen.

Aus der Energiewende wollen die Initiatoren des Projektes "Klimadorf Breydin" Geschäftsmodelle entwickeln, so die Grundidee. Und so gehören die Nutzung Abfälle in der Landwirtschaft, um Biogas und Strom zu erzeugen, genau so zum Projekt wie die Dorfkneipe oder ein Markt für ländliche Produkte, um so kurze Wege zu haben und somit Fahrten und damit Treibstoffverbrauch unnötig zu machen. Oder aber, wo möglich, die Einstellung der Räume auf Rotweintemperatur, 16 bis 18 Grad, zur Energieeinsparung.

Gedacht ist an ein genossenschaftliches Modell mit der Finanzierung durch regionale Banken. Die vier Hauptziele des Projektes sind Energieeffizienz, Stromversorgung, Wärmeversorgung und Treibstoff für die Mobilität. Dafür biete der ländliche Raum entscheidende Voraussetzungen, erläuterte Frank Löprick, der mit seinem Büro an dem Projekt beteiligt ist, zum Auftakt. Ressourcen, die Breydin und die Region bieten, sind Heizmaterial, Kartoffeln und anderes mehr. Wie aus dem Potenzial der Region etwas zu machen ist, könne man dabei von den Schwaben lernen, warb Löprick. Man müsse weg vom "globalen Dorf", in dem Erdbeeren aus China oder Rindfleisch aus Südamerika nach Deutschland kommen.

Genauso wenig ließ Loeprick aus, weshalb es gar keine Alternative zur Energieeinsparung und zur Energiewende gebe. Nach einer Prognose des Fraunhofer Instituts werde die Verfügbarkeit von Erdöl ab 2020 deutlich sinken. Darum befinde man sich jetzt im Zeitfenster, um zu handeln und für Alternativen zu sorgen.

Dass die Ziele für Breydin und Umgebung keine Potemkinschen Dörfer sind, machte der nächste Vortrag deutlich. Gerd Hampel vom Büro für Kommunalberatung und Projektsteuerung stellte ein durchgerechnetes Konzept für ein Mehrstoffzentrum vor. In dem könnte unter Nutzung der regionalen Ressourcen wie Holz, Gülle und Festmist sowie anderer biogener Abfälle, wie etwa aus der Biomolkerei in Biesenthal, Gas, Humus und Wärme erzeugt werden. Pro Jahr wäre mit einem finanziellen Überschuss im sechsstelligen Bereich zu rechnen.

Solch ein Mehrstoffzentrum sei aber nur eine Variante, um Wertschöpfung und Arbeit in die Region zu holen. Andere seien der Bürgerwindpark und überhaupt die Schaffung von Arbeitsplätzen im Ort.

Nach dem Start sei jetzt der nächste Schritt, ein Netzwerk zu bilden, konkreten Interessen zu klären und Ideen zu entwickeln, erklärte Frank Löprick. Deshalb lag eine Liste aus, in der sich Interessierte eintragen konnten. Mehr als 20 haben das getan. Um mit allen im Gespräch zu bleiben, will Löprick einen virtuellen Projektraum schaffen.

Träger des Projektes "Energiedorf Breydin" ist der Verein Fachwerkkirche Tuchen. Unterstützt wird es von der Lokalen Aktionsgruppe, die die EU-Förderung im Rahmen des LEADER-Programms steuern.

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