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Leeres Wohnhaus in Gramzow mit EU-Hilfe saniert

Apotheke hinter Fachwerk

Alte Fassade, modernes Innenleben: Gernot Neumann rettet ein historisches Gebäude in der Gramzower Meisterstraße. Der Apotheker stärkt damit das Denkmalensemble und beseitigt Leerstand
Alte Fassade, modernes Innenleben: Gernot Neumann rettet ein historisches Gebäude in der Gramzower Meisterstraße. Der Apotheker stärkt damit das Denkmalensemble und beseitigt Leerstand © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 24.02.2013, 07:46 Uhr
Gramzow (os) In einem alten Fachwerkhaus richtet Gernot Neumann gerade eine Apotheke ein. Damit wird wieder ein historisches Gebäude in Gramzow gerettet. Möglich wurde das durch finanzielle Hilfe der Europäischen Union. Die Apotheke ist eins von 115 Projekten in der Uckerregion.

Ein neues Dach aus roten Biberschwanzziegeln verrät die Sanierung. Und neue Fenster zwischen alten Fachwerkbalken. Während das historische Gebäude in der Gramzower Meisterstraße äußerlich nahezu unverändert bleibt, zeigt sich im Inneren die Neuzeit. Architektin Elke Hähnel aus Gramzow hat die Zwischendecke herausnehmen lassen und Wände entfernt. So entstand ein großer Raum über zwei Etagen, der bis in die Dachspitze reicht. Das wird die neue und moderne Apotheke von Gramzow.

Eigentümer ist Gernot Neumann. Der 39-Jährige hat das Grundstück von der Gemeinde erworben und will nach dem Umbau hier Arzneimittel aller Art verkaufen. Praktischerweise direkt neben einer Arztpraxis. Neumann übernahm vor zehn Jahren eine bestehende Apotheke nur wenige Häuser weiter und unterschrieb einen Mietvertrag. Der ist inzwischen ausgelaufen. "Mit der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung hätte ich ohnehin bauliche Veränderungen vornehmen müssen. Die habe ich bei dem Umbau im eigenen Haus nun gleich berücksichtigen können."

Gefordert sind künftig barrierefreie Zugänge, ein separater Beratungsraum und Sanitärbedingungen für die Nachtdienste. In einem Anbau entstehen Labor, Notdienstzimmer und Warenlager. Das rund 200 Jahre alte Haus zeigt dicke Balken, Lehmziegel und sogar mittelalterliche Backsteine, die von der nahe gelegenen Klosterruine stammen dürften.

Elke Hähnel versucht, die Vergangenheit zu bewahren und moderne Technik einzubauen. Innendämmung, eine Wärmerückgewinnungsanlage und Fußbodenheizung halten Einzug. Auf dem Hof entsteht nach dem Wunsch von Gernot Neumann ein Kräutergarten, den seine Kunden und Patienten der benachbarten Arztpraxis während der Wartezeiten besuchen können.

Für den Gramzower Amtsdirektor Reiner Schulz und den Landratsbeigeordneten Bernd Brandenburg ist der Apothekenumbau eines der gelungensten Objekte in der aktuellen Förderperiode des Regionalen Arbeitskreises Uckerregion. Das Gremium gehört zur Lokalen Aktionsgruppe Uckermark und bewertet Ideen und Förderprojekte, die Geld der europäischen Union erhalten wollen. Allein in der Uckerregion sind im Zeitraum zwischen 2007 und 2013 genau 115 Projekte unterstützt worden. Die dafür notwendigen Mittel von 15,8 Millionen Euro lösten Gesamtinvestitionen von 31,1 Millionen Euro aus.

Dabei sei das vergangene Jahr das erfolgreichste gewesen, so Bernd Brandenburg. Man konnte die Rekordzahl von 32 Objekten begleiten. Schwerpunkt waren touristische Vorhaben wie der Ausbau von Ferienhäusern oder Campingplätzen sowie private Ideen wie die Apotheke in Gramzow. Auch alte Schulgebäude, Herrensitze, Denkmale und Gemeindezentren erhielten Sanierungsmittel.

Wie es ab Ende 2013 weitergeht, steht noch nicht fest. Mit dem neuen EU-Haushalt erhofft sich die Lokale Aktionsgruppe ab nächstes Jahr wiederum Zuschüsse für den ländlichen Raum. Allerdings gibt es noch kein spezielles Landesprogramm. Und auch die Förderstrukturen sind noch unklar.

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