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Gemeindevertretung Groß Lindow berät über Bebauungspläne für Wochenendhaus-Siedlungen

Bungalows spielen Hauptrolle

Ralf Loock / 26.02.2013, 07:01 Uhr
Groß Lindow (MOZ) Mit den Bungalow-Siedlungen Weißenspring III und Langer Grund in Groß Lindow wird sich die Gemeindevertretung in ihrer öffentlichen Sitzung am Donnerstag um 19 Uhr beschäftigen. In dem Ort gibt es derzeit elf solcher Siedlungen, erläuterte Bürgermeister Dietmar Otto.

Bei der Debatte geht es wie in vielen anderen Kommunen auch um die Frage, ob Datschen-Besitzer ein dauerhaftes Wohnrecht erlangen sollten. "Es ist alles eine schwierige und sehr sensible Materie", betonte Dietmar Otto.

Denn oft sei es so, dass ein Teil der Hausbewohner den Charakter der reinen Wochenendhaus-Siedlung gewahrt wissen will, der andere Teil aber eine Bestätigung seines Wohnrechts erlangen möchte. Gibt es in anderen Gemeinden vielleicht zwei oder drei solcher Areal, so ist Groß Lindow mit elf Siedlungen von diesem Streit besonders betroffen. Für die Gebiete Weißenspring III und Langer Grund liegen nun jeweils Entwürfe für den Bebauungsplan und für einen entsprechenden Satzungsbeschluss vor.

In den Unterlagen zu Weißenspring III, einer 1981 entstandenen typischen DDR-Wochenendhausanlage, heißt es unter anderem, dass sich der Standort als Naherholungsgebiet erhalten und gefestigt habe. Aber: "Einige Entwicklungstendenzen stehen im Widerspruch zum Gebietscharakter. Dazu gehört insbesondere die schleichende Bebauung der Gründstücke mit Nebenanlagen. Zur Wahrung des Gebietscharakters Wochenendhaussiedlung und zur Schaffung klarer Rechtsverhältnisse soll der Bebauungsplan beitragen." Die Ausstellung des Bebauungsplans diene dem Ziel, die Entwicklung des Areal "im Sinne einer Wochenendhaussiedlung zu sichern".

Die Finanzierung der Planungsarbeiten erfolge gemäß eines Antrages aus dem Jahr 2007 zu Lasten der Siedlergemeinschaft.

Ähnliche Sätzen gelten für die Siedlung Langer Grund, einer 1987 entstandenen Anlage. Auch dort will man den Gebietscharakter Wochenendhaussiedlung bewahren, zur Schaffung klarer Rechtsverhältnisse soll der Bebauungsplan beitragen. Die Siedlergemeinschaft Langer Grund hat ihre Absichten gegenüber der Gemeinde erläutert und 2008 den Antrag auf Einleitung eines entsprechenden Verfahrens gestellt. Die Finanzierung der Planungsarbeiten erfolgt zu Lasten der Siedlergemeinschaft.

Auch bei weiteren Tagesordnungspunkten der Sitzung am Donnerstag wird es um Datschen gehen - auch bei Themen, bei denen der Begriff "Bungalow" nicht im Titel steht, steckt doch ein Bungalow-Problem drin. Beispielsweise beim Punkt Straßenausbau Klixmühle. Die Straße, die nach Wiesenau führt, soll auf dem Gebiet der Gemeinde Groß Lindow ausgebaut werden; profitieren würden von einer solchen Investition aber auch sehr stark die Einwohner der Wochenendhaussiedlung An der Schlaube in Wiesenau.

Daher hat Danny Busse, Amtsdirektor des Amtes Brieskow-Finkenheerd, in einem Schreiben an die Siedlergemeinschaft eine Kostenbeteiligung aus moralischen Gründen vorgeschlagen. Dies wurde von den Wiesenauern abgelehnt und habe, so hält die Landkreisverwaltung in einer Stellungnahme fest, "für reichlich Unmut" bei den Vereinsmitgliedern gesorgt. Auch beim Tagesordnungspunkt Gebietsübertragung geht es um Bungalows, denn damit kämen die Wiesenauer Siedlungen An der Schlaube und Schlaubengrund zu Groß Lindow.

Die Gemeindevertretung tagt am Donnerstag um 19 Uhr im Mehrzweckgebäude,

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