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Anlage in Göhlener Kirche am Karfreitag eingeweiht / Bald auch regelmäßiges Geläut mittags und abends

Glockenklang auf Knopfdruck

Lina Hatscher / 30.03.2013, 07:02 Uhr
Göhlen (MOZ) Die elektronische Anlage zum Läuten der Glocken in der Göhlener Kirche wurde am Karfreitag eingeweiht. Fast zehn Jahre hat Pfarrer Rudolf Zörner auf diesen Moment gewartet. Bald erklingen die Glocken in der Woche auch mittags und abends.

Von der Empore führt eine schmale Holztreppe auf den Dachboden der Kirche am Anger. Dorthin musste seit Jahrzehnten klettern, wer die drei Glocken des Göhlener Gotteshauses zum Klingen bringen wollte. Die Kirchenältesten sind dafür verantwortlich. Doch Anfang der Woche fiel das dicke Seil, denn es wird nicht mehr gebraucht. Thomas Walter und sein Mitarbeiter Nico Schlönert haben das Geläut im Turm verkabelt und mit neuen Kugellagern ausgestattet, damit die Glocken auf Knopfdruck erklingen. Die Firma von Thomas Walter ist spezialisiert auf Glockenläuteanlagen und Turmuhren. Aus der Nähe von Luckau im Spreewald reisen die Experten durch ganz Brandenburg und auch bis nach Stuttgart, um Anlagen zu montieren.

Vorrichtungen zwischen den Glocken samt Elektromotoren sind über Kabel mit drei Rechnerpartien an der Turmwand verbunden. "Die Anlage ist funkgesteuert und kann über eine Zeitschaltuhr, die unten angebracht ist, gesteuert werden", erklärt Thomas Walter. Die mechanischen Teile können verschließen, aber die Elektronik übersteht Jahrzehnte, wenn nicht gerade ein Blitz einschlägt.Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Brandenburger Kirchen mit ähnlicher Elektronik ausgestattet, schätzt Thomas Walter. "Oft wird in den Gemeinden jahrelang das Geld gesammelt, bis der Einbau finanziert werden kann."

Besonders froh über die Modernisierung in dem Gotteshaus ist Pfarrer Rudolf Zörner. "Ich habe 2004 meinen Dienst hier angetreten und im selben Jahr war noch die erste Begehung der Kirche, um die Maßnahme zu planen." Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis die Pläne verwirklicht werden konnten. Im vergangenen Jahr wurde der Turm der Göhlener Kirche aus dem Jahr 1825 renoviert, einige alte Balken gegen neue ausgetauscht. Hier muste die Kirchengemeinde mit rund 10000 Euro Eigenanteil, etwa ein Sechstel der von Land und Kirchenkreis geförderten Baukosten, tragen. Und nun werden noch einmal rund 6500 Euro für die elektronische Läuteanlage fällig, erklärt Zörner. Möglich war dies, weil die evangelische Kirchengemeinde Möbiskruge, zu der acht Ortsteile zwischen Diehlo und Göhlen gehören, einen Teil des Erlöses von dem Verkauf der alten Schule in Möbiskruge bekam. Außerdem wurde lange gespart.

Ein Vorteil der elektrischen Anlage ist, dass nun regelmäßiges Leuten programmiert werden kann. Mittags um zwölf und abends um 18 Uhr sollen die Glocken in der Woche erklingen, sagt Rudolf Zörner. "Ich werde erst alle Bürger informieren."

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