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Petra Wessel begeht in Kürze das 30-jährige Jubiläum ihrer Keramikwerkstatt

Töpferei als große Leidenschaft

Keramische Figuren in vielen Versionen: Petra Wessel aus dem Schorfheider Ortsteil Böhmerheide erklärt bei einem Rundgang im Ausstellungs- und Verkaufsraum, worauf es bei der Töpferarbeit besonders ankommt.
Keramische Figuren in vielen Versionen: Petra Wessel aus dem Schorfheider Ortsteil Böhmerheide erklärt bei einem Rundgang im Ausstellungs- und Verkaufsraum, worauf es bei der Töpferarbeit besonders ankommt. © Foto: Wessel
BHORN / 04.04.2013, 22:20 Uhr
Böhmerheide (MOZ) Am 5. Mai 2013 feiert Petra Wessel das 30-jährige Jubiläum ihrer Keramikwerkstatt. Sie sagt von sich, dass sie den schönsten Arbeitsplatz weit und breit hat. Wenn sie sich an ihre Töpferscheibe setzt, kann sie dabei den gesamten Weißen See überblicken.

Vor nunmehr 30 Jahren eröffnete Petra Wessel ihre Keramikwerkstatt in Böhmerheide. Der kleine Ort vereint alle Vorzüge des Biosphärenreservates Schorfheide: Der schilfumwachsene Weiße See schimmert grün bis fast schwarz und lädt zum gemütlichen Spaziergang ein. Dabei führt der Weg durch Wälder, vorbei an Wiesen und über zwei Bäche direkt zur Töpferei in der kleinen Siedlung.

"Es hat sich gelohnt", so bilanziert Petra Wessel, wenn sie die letzten 30 Jahre ihrer Laufbahn Revue passieren lässt. Was sie meint, ist der Kampf für ihre Leidenschaft, der sie vor 30 Jahren ein bedeutendes Stück näher gekommen ist. Die studierte Diplom-Ingenieurin hatte stets den Wunsch, sich künstlerisch zu verwirklichen. "Eine Künstlerkarriere war allerdings so ziemlich das Letzte, was mein Vater und der DDR-Staat zulassen wollten" erklärt Böhmerheiderin. So beendete Petra Wessel 1975 als Dipl. Bauingenieur ihr Studium an der TU Dresden und begann in Berlin in diesem Beruf zu arbeiten.

Mitnichten hatte Petra Wessel ihren Traum aufgegeben. In zahlreichen Kursen an der Bezirkskulturakademie Berlin ließ sie sich zur Keramikerin ausbilden, um schließlich die Genehmigung zu erhalten, für die Kollegen ihres Betriebes einen Keramikzirkel zu gründen und später auch zu leiten. Gemeinsam mit einem Töpfermeister gründet sie diesen 1978 im Prenzlauer Berg. So ist die Leidenschaft zwar nicht der Beruf, aber sie kann der Berufung folgen. "Die Arbeit mit den Kreativen hat viel Spaß gemacht. Zu dieser Zeit war der Zirkel etwas sehr Seltenes und damit ganz Besonders," beschreibt Petra Wessel und ergänzt: "Die Rahmenbedingungen waren natürlich rudimentär. Aber zusammen haben wir jede - meist materielle - Herausforderung gemeistert."

Schließlich gelingt es ihr, 1982 eine Facharbeiterausbildung als Keramikerin zu beginnen. 1983 eröffnet sie in der Schorfheide ihre lang ersehnte Töpferwerkstatt. Dass sich diese zunächst in einer alten Garage befindet, die über wenig Platz und vor allem keine Heizung verfügt, stört die zielstrebige Töpferin nicht. "Ich war froh, dass ich endlich in meinem Traumberuf arbeiten und dass ich mir die nötige Ausstattung, wie eine Töpferscheibe und einen Ofen organisieren konnte", erklärt Petra Wessel und man hört ihr noch heute die Erleichterung an. Wenn sie dann "selbstverständlich war dies nicht" nachsetzt, glaubt man dies der resoluten Handwerkerin gern und versteht, warum der 30. Jahrestag etwas ganz Besonderes für sie ist. In den zurückliegenden Jahren hat sie viel geschafft: Neben dem Verkauf in ihrer Töpferei beliefert sie viele Vertriebspartner in Berlin und im Umland sowie natürlich in der Schorfheide. Sie bietet ihre Waren auf regionalen Märkten an und belieferte viele Jahre auch die Staatskanzlei. Letzteres erklärt sich in der Einzigartigkeit und dem starken Regionalbezug der Keramiken von Petra Wessel. Inspiriert durch die brandenburgische Umgebung und den typischen märkischen Boden schuf die Töpferin die einzigartige Schorfheidekeramik.

Zur Feier des 30. Jahrestages der Werkstattgründung stehen am 5. Mai Besuchern die Türen von Ausstellung, Werkstatt und Garten offen. Ebenso wird ein spannendes Programm vorbereitet.

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