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Bebauungsplan für Bungalowsiedlung am Göhlensee wächst / Gemeinde ist bereit, Flächen zu verkaufen

Ordnung für Natur-Idyll Göhlensee

Leben am Wasser: Kleine Stege bieten den Anwohnern die Möglichkeit, den Sprung in den See zu wagen. Teilweise ist der Uferbereich verbaut
Leben am Wasser: Kleine Stege bieten den Anwohnern die Möglichkeit, den Sprung in den See zu wagen. Teilweise ist der Uferbereich verbaut © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Lina Hatscher / 27.04.2013, 07:40 Uhr
Göhlen/Henzendorf (MOZ) Seit fünf Jahren wird am Bebauungsplan für die Bungalowsiedlung am Göhlensee gearbeitet. Bald folgt die Offenlegung des Entwurfes in der Amtsverwaltung. Derzeit fehlt die baurechtliche Grundlage auf dem Gelände, teilweise gehören Flächen der Gemeinde. Der Brandschutz wird überarbeitet.

Die Vögel zwitschern, Sonnenstrahlen fallen durch hochgewachsenen Kiefern auf sandigen Boden. Erste zarte Blüten bedecken die Zweige, der See ruht kühl und dunkel und ist von kleinen Bungalows gesäumt. Die Feriensiedlung am Göhlensee mit Hunderten Häuschen wirkt wie ein Naturidyll mit aus DDR-Zeiten verbliebenem Charme. Die verschlungenen Wege, die Stege und Boote liegen friedlich und beschaulich da.

Angelika Lieske geht mit ihrem Hund spazieren und genießt die Ruhe. Seit vielen Jahren kommt sie im Sommer eigentlich ständig an den See. Sie bewohnt ein kleines Bungalow mit Blick aufs Wasser. Ob sie was daran verändern möchte? "Ich habe alles, was ich brauche." Frank Breske kennt die Siedlung seit ihren Anfängen. Die ehemalige Anglerhütte hat er ausgebessert und gepflegt. "Ich wollte mal neu bauen, habe den Plan dann aber wieder verworfen", sagt er. Denn es gibt derzeit keinen Bebauungsplan, auf dessen Grundlage man eine Genehmigung beantragen kann.

Seit Jahren schwelt Unsicherheit, weil die in den 1960er-Jahren konzipierte Siedlung nicht dem modernen Baurecht entspricht. Die zum Teil schon in den 1950er-Jahren errichteten Bungalows wurden erweitert, teils neu aufgebaut. Grenzen zwischen Grundstücken gerieten in Vergessenheit. Der Uferbereich ist an vielen Stellen verbaut, damit auch teils der Zugang zu Löschwasser.

Es mussten Gerichte entscheiden, ob Konstruktionen zulässig sind. Mit dem qualifizierten Bebauungsplan sowie Änderungen im Flächennutzungsplan, sollen für die Zukunft eindeutige rechtliche Grundlagen geschaffen werden. Dies ist auch wichtig, wenn Eigentümer ihre Grundstücke verkaufen möchten, denn mögliche Käufer wollen Klarheit über die Möglichkeiten auf den Grundstücken. Viele langjährige Pächter sind bereits Eigentümer ihrer Flächen geworden, andere warten noch darauf, den Grund - etwa von der Gemeinde - zu erwerben. Dem wurde bereits grundsätzlich zugestimmt, die Klärung der rechtlichen Grundlage ist jedoch abzuwarten.

Einige Interessenten haben sich schon in der Amtsverwaltung gemeldet, erläuterte Bauamtsleiter Thomas Tavernier bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Neuzelle. Seit 2008 werde der Bebauungsplan vorangetrieben, es handle sich jedoch um einen sehr umfänglichen Plan, bei dem viele Belange unter einen Hut gebracht werden müssen. "Es geht um die Sicherheit, dass der Plan akzeptiert wird." Viele Gespräche mit den verantwortlichen Behörden in der Verwaltung des Landkreises seien erforderlich gewesen.

Ein wichtiges Thema für den zukünftigen Bebauungsplan ist der Schutz des Bestandes. Das bedeutet, dass alle Bauten, die mit Genehmigung errichtet wurden und dieser auch entsprechen, bestehen bleiben können. Gegenstand sind ebenso Sicherheitsaspekte. Es müssen ausreichend Wege für Feuerwehr und Rettungskräfte vorhanden sein, wo kein Zugang zu Löschwasser gegeben ist muss ein anderer Zugang geschaffen werden. Denkbar sind ein Brunnen, eine Zisterne oder ein Feuerlöschteich.

Es hat einige Brände in Bungalows gegeben, vor rund zwei Jahren haben zwei Menschen ihr Leben bei einem Feuer verloren.

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