Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bauausschuss diskutiert in Beauregard über neue Verkehrsführung / Entscheidung soll sorgfältig abgewogen werden

Für und Wider einer Einbahnstraße

Bauamtsleiter Karsten Ilm (3. v. r.) hat eine Luftbildaufnahme von Beauregard mitgebracht und zeigt Bauausschussmitgliedern und Einwohnern, wie sich Änderungen der Verkehrsführung in dem Runddorf auswirken könnten.
Bauamtsleiter Karsten Ilm (3. v. r.) hat eine Luftbildaufnahme von Beauregard mitgebracht und zeigt Bauausschussmitgliedern und Einwohnern, wie sich Änderungen der Verkehrsführung in dem Runddorf auswirken könnten. © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 15.05.2013, 07:50 Uhr
Beauregard (MOZ) Wer den Wriezener Ortsteil Beauregard nicht kennt, kann sich im engen Straßennetz schnell verirren. Und wenn ein Erntefahrzeug kommt, geht schnell nichts mehr. Die Mitglieder des Bauausschusses haben sich die Situation vor Ort angesehen - eine Entscheidung soll aber sorgfältig abgewogen werden.

Einbahnstraße oder nicht, diese Entscheidung wollen die Abgeordneten im jüngsten Bauausschuss nicht leichtfertig treffen. Deshalb findet das Treffen nicht wie sonst im Wriezener Rathaus, sondern mitten in Beauregard statt. Ausschussmitglieder sind ebenso dabei wie Einwohner, sodass insgesamt mehr als 20 Anwesende an der Begehung durch den Ort teilnehmen - deutlich mehr, als es wohl bei einer Diskussion in der Stadtverwaltung gewesen wären. Außerdem könne man vor Ort viel besser Probleme ein- und Auswirkungen von Vorschlägen abschätzen, begründet Bauausschussvorsitzende Jutta Werbelow (SPD) den Auswärtstermin des Gremiums.

Die Straßen in Beauregard sind schmal. So schmal, dass sich zwar zwei Autos begegnen können. Doch weil auch schwere Landmaschinen die engen Trassen befahren, kann es schon einmal zu brenzligen Situationen kommen. Nicht selten weichen die Fahrzeuge auf Straßenbegrenzungen und Grünstreifen aus. Richtig kompliziert wird es zudem, wenn parkende Autos die Straßen verstopfen. Außerdem halten sich die Fahrer nicht immer an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Die Folge: Die Anwohner ärgern sich.

"Es gibt immer wieder Beschwerden, deshalb ist es richtig und gut, dass wir uns mit dem Thema auseinandersetzen", sagt Ortsvorsteher Hans-Ulrich Kropp. "Aber wir allein können nur Vorschläge machen, die Straßenverkehrsbehörde wird dem zustimmen oder nicht."

Verschiedene Varianten werden auf der Begehung diskutiert: Eine Einbahnstraße wird als Variante erachtet - doch ab welchem Abschnitt? Bauamtsleiter Karsten Ilm begleitet den Marsch mit kritischer Miene. "Wenn so etwas gewollt ist, dann sollte auch daran gedacht werden, dass eine Einbahnstraße für alle gilt. Auch für die Anwohner, von denen einige einen Umweg zu ihren Häusern in Kauf nehmen müssten", warnt er. Lediglich Radfahrer könnten von der Regelung ausgenommen werden. "Die Polizei kontrolliert die Einhaltung dieser Regeln, das sollte auch bedacht werden", sagt er. Außerdem befürchten viele Kritiker, dass der Verkehr durch eine solche Maßnahme eher zunehmen werde.

Und eine Geschwindigkeitsreduzierung? Die Anwohner sind skeptisch, ob ein Schild Besserung bringen würde. Selbst der alles andere als raserfreundliche Straßenbelag hätte bisher nicht dazu geführt, dass weniger schnell durch das Dorf geheizt werde. Gerard Jordans, Betreiber des ansässigen Milchhofs, glaubt nicht, dass die Maßnahmen durchdacht sind. "Das wird alles nichts bringen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das Zauberwort", argumentiert er.

Und was ist mit einem Ausbau der Pflasterstraße, aus Richtung Kreisstraße kommend? Viele der Anwohner erhoffen sich, dass die holprige Piste verschwindet - selbst wenn dadurch der Fuß noch schwerer auf dem Gaspedal steht. Doch Karsten Ilm macht darauf wenig Hoffnung: Natürlich könne die Verwaltung sehr grob geschätzte Kosten zum Ausbau vorlegen, "aber die sind ohne Planung und anschließender Ausschreibung mit größter Vorsicht zu genießen." Ganz zu schweigen von den Anliegerbeiträgen, die von den Hauseigentümern aufgebracht werden müssten. Wenn es ans eigene Geld gehe, werde sich zeigen, wie groß der Wunsch nach einem Straßenausbau sei, befindet der Ortsvorsteher.

Für die Entscheidung, was konkret getan wird, will sich der Bauausschuss Zeit nehmen. Und diese auf möglichst breiter Basis der Bevölkerung treffen. Im August/September soll es eine Bürgerversammlung geben. Der Bauamtsleiter will auf jeden Fall vermeiden, dass "wir uns nach einem halben Jahr wieder damit beschäftigen müssen."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG