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Gottesdienst, Präsentation und Ausstellung zum Auftakt der 675-Jahr-Feier des ältesten Schiffmühler Teils

Gabow eröffnet Festwoche

Gisela Ziehm, Marlen Jost und Herbert Ziehm (v. l.) betrachten Bilder des Zyklus' Wanderzirkus der Gabower Malerin Waltraut Fischer.
Gisela Ziehm, Marlen Jost und Herbert Ziehm (v. l.) betrachten Bilder des Zyklus' Wanderzirkus der Gabower Malerin Waltraut Fischer. © Foto: MOZ/Jens Sell
Jens Sell / 22.05.2013, 08:00 Uhr
Gabow (MOZ) Mit einem Festgottesdienst am Feldbackofen, einer Präsentation in der Festscheune und einer Ausstellung im Gemeindezentrum hat Gabow seine 675-Jahr-Feier eingeleitet. Die Festwoche wird am Sonnabend mit einem Umzug und einem großen Fest auf dem Dorfanger abgeschlossen.

So sehr lange gibt es die Festscheune von Gabow noch gar nicht, aber es mag schon ein Hektar Kuchen gewesen sein, der dort zu den unterschiedlichsten Anlässen verspeist wurde. Auch am Pfingstmontag lachen die leckeren Quadratmeter wieder die Besucher der offiziellen Eröffnung der Feierlichkeiten zum 675. Geburtstag Gabows an.

Darunter ein Rhabarberkuchen, den Elke Maria Koßmann gebacken hat. "Ganz frisch, von heute", sagt sie mit einem gewissen Stolz und freut sich, dass ihr Gebäck gern genommen wird. Erst seit zehn Tagen ist sie im Schiffmühler Ortsteil Gabow gemeldet. Sie stammt von der entgegengesetzten Seite Deutschlands, von der holländischen Grenze, und hat nach einem dreijährigen Zwischenstopp in Berlin in Gabow ihren Platz gefunden. "Mich interessiert sehr die Geschichte meiner neuen Heimat, und natürlich will ich mich ins Dorfleben einbringen", sagt sie.

Um das Dorf, die Umgebung und die Menschen kennenzulernen, ist die Festwoche gut geeignet. In der Festscheune präsentiert Kenneth Anders den Blick seines Büros für Landschaftskommunikation auf das Oderbruch. Er kam Ende der 1990er-Jahre nach Gabow, beantwortet er die Frage von Elke Koßmann. Ist also auch kein "Eingeborener". Immerhin ist Gabow die eigentliche Keimzelle, der älteste Teil des Bad Freienwalder Ortsteils Schiffmühle, erläutert der Direktor des Oderlandmuseums Reinhard Schmook am Rande der Eröffnung: "Ähnlich alt ist der historische Fährkrug am anderen Ende des heutigen Schiffmühle, er wurde auch um 1300 errichtet." 1760 sei dann Neutornow als Kolonistendorf auf der Feldmark von Alttornow gegründet worden. Es bekam eine Kirche. Eine Ziegeleiarbeitersiedlung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen Neutornow und dem Fährkrug beim Standort der früheren Schiffmühle an der Alten Oder. Und erst 1931 seien die Dörfer Gabow, Neutornow, der Fährkrug und die Siedlung Schiffmühle zur Gemeinde gleichen Namens zusammengelegt worden. Oberhalb Neutornows hätten sich besonders viele Holländer angesiedelt, sagt Reinhard Schmook. Das ist für Elke Koßmann interessant, spricht sie doch auch holländisch: "Jetzt interessiere ich mich für das Polnische, aber das ist ja so schwierig. Mehr als "Dzien dobry' habe ich noch nicht gelernt."

Ortsvorsteher Dirk Schmückert dankt in seiner Eröffnungsrede allen Sponsoren und den Bürgern, die sich - nicht nur mit Kuchen - in die Vorbereitung und Organisation der Festwoche einbringen. Und er weist auf die ebenfalls eröffnete Ausstellung mit Bildern von Waltraut Fischer hin, die nebenan im Gemeindezentrum hängt. Dorthin zieht es nach Kaffee und Kuchen auf dem Vorplatz viele Schiffmühler. Ihre Neugier wird belohnt: "Ich bin fasziniert von der Fantasie und Kreativität von Waltraut Fischer", sagt Gisela Ziehm. "Mich regen diese Bilder sehr zum Nachdenken an", sagt Marlen Jost. Horst und Rosemarie Briese sind ein wenig stolz darauf, dass Tochter Anke und Enkeltochter Lilly bei Waltraut Fischer, die seit 2000 in Schiffmühle lebt, Malkurse belegt haben: "Sie können jetzt auch wunderbar malen." Ihnen fällt auf, dass in den Bildern Tiere eine große Rolle spielen und sie oft viel größer dargestellt sind, als es die natürlichen Relationen hergeben.

Die Festwoche wird heute um 19 Uhr mit einem historischen Vortrag von Gerhard Rumland und Helmut Otto im Gemeindezentrum fortgesetzt.

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