Das Nachrichtenportal für Brandenburg

Ausstellung zeigt zur 675-Jahrfeier in Gabow alte land- und hauswirtschaftliche Geräte

Zwei Stunden von der Milch zur Butter

Immer kräftig drehen: Melchior Weidner dreht an der Milchzentrifuge, Ina Stöhr (r.) schaut zu.
Immer kräftig drehen: Melchior Weidner dreht an der Milchzentrifuge, Ina Stöhr (r.) schaut zu. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 26.05.2013, 07:50 Uhr
Gabow (MOZ) Hannes Stöhr dreht eifrig an der Kurbel des Butterfasses. Anderthalb bis zwei Stunden wird es wohl dauern, bis der Schüler streichfähige Butter im Behältnis hat. Um den Rohstoff zu bekommen, dreht Melchior Weidner an der Milchzentrifuge, die Rohmilch, die Trinkmilch und Sahne trennt.

Horst Ewald hat am Donnerstagabend auf seinem Hof, Gabow 69, Am Dorfanger, eine Ausstellung mit alten land- und hauswirtschaftlichen Geräten eröffnet. Sie wird übers ganze Wochenende noch zu besichtigen sein.

Die Exponate kommen aus dem ganzen Dorf. Lediglich mit einem Ausstellungsstück habe Bauer Hartmut Korn aus Neugaul beigetragen. "Die Bürger haben ihre Schuppen und Scheunen noch mal durchwühlt und uns alles vorbeigebracht, was in die Ausstellung passt", sagte Horst Ewald. Er selber steuerte landwirtschaftliche Geräte bei, wie sie früher in Gabow beziehungsweise in Schiffmühle üblich waren. "Bei uns wurden Kartoffeln, Getreide und Zuckerrüben angebaut", sagte Horst Ewald. Folglich zeigt er spezielle Ackergeräte, die früher von Pferden gezogen, in der Region für den Anbau dieser Feldfrüchte gebräuchlich waren.

"Die Geräte sind alle einfach, sie funktionieren auch heute noch", sagte der Gabower. Da sie ohne komplizierte Computertechnik oder Motor funktionierten, könne nichts kaputtgehen. Allerdings forderten die Gerätschaften die Muskelkraft des Nutzers - die Arbeit war schwerer als heute.

Während die landwirtschaftlichen Geräte auf dem Hof stehen, sind in seiner Garage Gegenstände zu sehen, die beispielsweise für eine Hausschlachtung zum Einsatz kamen, wie ein Schlachtbeil oder verschieden große Bottiche aus Holz. Ferner ist eine altertümliche Waschmaschine aus Zinkblech ausgestellt. Schon am Donnerstag nutzten viele Schiffmühler die Gelegenheit, einen Blick in ihre Vergangenheit zu werfen. "Das war eine Heidenarbeit", erinnerte sich eine ältere Frau, als sie die Siruppresse sah.

Die Ausstellung ist eine einmalige Aktion anlässlich der 675-Jahrfeier und ist nur noch am Wochenende geöffnet. Der Festumzug beginnt an diesem Sonnabend um 13 Uhr.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG