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Ortsfeuerwehr zieht zum 80. Jubiläum Bilanz / Gäste kommen aus vielen Bundesländern

Viele Rückschläge weggesteckt

Ausgezeichnet: Chris Berger (M.) und Christian Reetz (r.) erhalten von Karsten Gerhardt die Medaille für treue Verdienste.
Ausgezeichnet: Chris Berger (M.) und Christian Reetz (r.) erhalten von Karsten Gerhardt die Medaille für treue Verdienste. © Foto: Silke Müller
Silke Müller / 04.06.2013, 07:50 Uhr
Alttrebbin (sm) Stolz und glücklich haben die 16 Aktiven der Alttrebbiner Freiwilligen, die vier Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung und die sechs Jugendfeuerwehrleute am Sonnabend das 80. Jubiläum der Ortsfeuerwehr gefeiert.

"Wenn man bedenkt, dass sie vor gut zwei Jahren noch alles hinschmeißen wollten!", raunteBarnim-Oderbruchs Amtsdirektor Karsten Birkholz freudestrahlend, während Ortswehrführer Henri Mandke die Festgäste begrüßte. Viele waren gekommen: Wehren aus dem Amtsbereich, aber auch aus Neuenhagen bei Berlin und aus Tempelfelde.

Landtagsabgeordnete und Bürgermeister waren da, vor allem aber weit gereiste Gäste: Ex-Feuerwehrmann Axel Müller kam aus Bayern, Familie Schönfeld aus Nordrhein-Westfalen und Rudi Limbinzki war zum Jubiläum sogar aus Amerika eingeflogen. Selbst Ronny Stritzke hatte es rechtzeitig zum Fest geschafft, von einem Bundeswehr-Auslandseinsatz zurückzukommen.

Die Alttrebbiner hängen an ihrer Feuerwehr, die immer wieder Rückschläge bewältigen musste: Hatte man sich nach Gründung 1933 mit provisorischer Ausrüstung langsam technisch aufgerappelt, war das Gerätehaus nach dem Zweiten Weltkrieg ein einziger Trümmerhaufen. Die Feuerwehrleute fingen von vorn an. 1947 bekamen sie eine 400-Liter-Spritze, 1953 hatten sie bereits eine 800-Liter-Spritze. 1956 wurde ein Geräteschuppen gebaut, der nun einen TSA-Spritzenanhänger beherbergte, der von einem LPG-Traktor zum Einsatz gezogen wurde.

Nach 1990 erhielten die Alttrebbiner ein Zugfahrzeug - einen himmelblauen Feuerwehr-LO von der Agrargenossenschaft Neulewin. "Nicht schön", sagte Mandke in seiner Festansprache, "aber zweckmäßig." Der LO erlebte beim Dauereinsatz während des Hochwassers 1997 seinen zweiten Frühling. Zwei Jahre später "erbten" die Alttrebbiner ein B 1000-Fahrzeug mit Schlauchwagen von der Neurüdnitzer Wehr, das gerade so in den Geräteschuppen passte, was das kleinere Übel war. Das größere waren Sparpläne des damaligen Amtsdirektors, der zur Jahrtausendwende kleinere Ortswehren auflösen wollte, auch die Alttrebbiner.

Nachdem das abgewehrt war, übernahmen die Alttrebbiner 2007 das alte Robur-Löschfahrzeug der Neutrebbiner Wehr. Zu groß für den Geräteschuppen fand dieses LF8 vorübergehend in einer Notgarage Platz, einer ungeheizten Scheune der Agrargesellschaft . Der Bau eines neuen Gerätehauses war für 2008 geplant, aber erst im Dezember 2010 stand tatsächlich das Geld dafür bereit.

Die Freude darüber währte kurz. Im Januar 2011 zerstörten Brandstifter die Scheune samt Löschfahrzeug einschließlich Ausrüstung. Nur der B 1000 und die Uniformen im Geräteschuppen waren ihnen geblieben. Das Entsetzen war groß, die Solidarität aus nah und fern aber auch. Feuerwehren aus dem Amt, aus Neuenhagen und Lebus spendeten Ausrüstungsgegenstände und die Alttrebbiner Blauröcke entschieden sich weiterzumachen, räumten den Brandort auf und begannen Anfang Mai mit dem Bau ihres neuen Gerätehauses. 2500 Stunden Eigenleistungen schlugen zu Buche.

"Vormittags gewannen wir zum ersten Mal den Löschangriff der Männer im Amt, nachmittags bauten wir das zweite Tor ein", erinnerte sich Henri Mandke an die abend- und wochenendfüllenden Arbeitseinsätze, um so schnell wie möglich wieder eine funktionierende Feuerwehr zu werden. Im Herbst war es geschafft. Als 2012 mit einem TSF-W ein fabrikneues Fahrzeug ins neue Gerätehaus einzog, war das Glück vollkommen und zum Jubiläum ein Grund mehr, auf die nächsten 80 Jahre anzustoßen.

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