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Beim Festumzug zeigen 60 Bilder die vergangenen 100 Jahre

Bäcker, Pfarrer und Traktoristen

In den Farben Brandenburgs: Zu Fuß führten die "Staatsflaggen" den großen Festumzug zur 725-Jahr-Feier von Briest an. Landrat, Bürgermeister und Amtsdirektor folgten ebenso zu Fuß auf dem Weg durchs Dorf.
In den Farben Brandenburgs: Zu Fuß führten die "Staatsflaggen" den großen Festumzug zur 725-Jahr-Feier von Briest an. Landrat, Bürgermeister und Amtsdirektor folgten ebenso zu Fuß auf dem Weg durchs Dorf. © Foto: Stefan CsÈvi
Oliver Schwers / 17.06.2013, 21:00 Uhr - Aktualisiert 18.06.2013, 06:44
Briest (os) Heimatliebe, Traditionspflege, bäuerliches Brauchtum und der Stolz auf eine lange Geschichte bestimmten die 725-Jahr-Feier von Briest. Das alte Dorf mit seiner spannenden Vergangenheit öffnete die Tore der großen Bauernhöfe für alle Gäste.

725 Jahrfeier Briest
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725 Jahre Briest

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Briest ist eines jener typischen Bauerndörfer, die die Uckermark prägen. Große und kleine Häuser schmiegen sich um die stolze Kirche. Drumherum bestellte Felder, Wiesen, Gärten. Jede Zeit hat ihre Spuren an Hausfassaden hinterlassen. Auf den Höfen herrscht eine entspannte Idylle. Wirtschaftsgebäude, Schuppen, Ställe und Waschküchen zeugen von bäuerlichen Gewerken.

Genau das wollten die Briester zu ihrer 725-Jahrfeier zeigen. Im Festumzug spielte die Zeit zwischen 1913 und 2013 die entscheidende Rolle. Also nicht die komplette Vergangenheit in lebendigen Bildern, sondern eher die Berufe, Handwerke, Sitten und Bräuche.

Das Vorbereitungskomitee staunte selbst, was die alten Chroniken hergaben und wer sich im Dorf betätigte. Was heute kaum noch zu finden ist, bestimmte jahrhundertelang das Leben auf dem Lande. Und so erlebten Menschen, Anekdoten, alte und neue Berufsstände - vereint in einem fröhlichen Zug - eine Renaissance. Nachtwächter und Bäcker, Kolonialwarenhändler, Gastwirt, Pfarrer, Dorfschulze, Feuerwehrmann, Handwerker, Bauer, Knecht, Soldat - sie alle bewegten sich durch die erste Hälfte des dargestellten Jahrhunderts.

Pioniere, LPG-Bauern, Offiziere, Angestellte der Landtechnik und Traktoristen zogen im zweiten Teil mit. In historischen Kostümen, mit Handwagen, Fuhrwerken, restaurierten Maschinen, alten Ostfahrzeugen, ausgestattet mit den überall auf den Höfen noch existierenden Gerätschaften aus Großmutters und Urgroßmutters Haushalt, machten die Briester ihre Tradition lebendig. Viele Fortgezogene erschienen im Festumzug wieder. Die Verbindung zu Verwandten, zu den alten Häusern und zur idyllischen Heimat ist stark.

Auf herzhaft uckermärkische Art wurde der große Umzug von der Bühne aus kommentiert. Rund um die Kirche verwandelte sich das Dorf in eine Festmeile mit Händlern, Attraktionen und Ausstellungen. Die Kirche wurde zur Galerie, der Hof von Reinhard Ekelmann zum nahezu überfüllten Museumsstandort mit Führungen und Butterproduktion. Wenige Meter weiter zeigte Familie Thelen eine Sammlung alter Nähmaschinen mit Angaben zu Technik und Geschichte. In den Vorgärten hatten sich ausgestopfte Puppen breitgemacht, die auf originelle Art die Jahrfeier begleiteten. Der ansässige Landwirtschaftshof stellte Rinder zur Schau. Die Feuerwehr musste nicht lange suchen, um historische Spritzen, ein Fuhrwerk und alte Anhänger zu finden. Das meiste davon ist noch im Traditionsbestand.

Unterstützung erhielten die Briester von geschichtsbewussten Menschen aus der Umgebung. Schon Stunden zuvor tuckelten Motorräder, Traktoren und alte Kinderwagen Richtung Kirche.

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