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Holocaust-Überlebende berichteten über ihre bewegten Leben

Einrichtungsleiterin Marion Welsch moderierte das Gespräch mit den Zeitzeugen. Rißling
Einrichtungsleiterin Marion Welsch moderierte das Gespräch mit den Zeitzeugen. Rißling © Foto: mzv
Philip Rißling / 20.06.2013, 14:34 Uhr
Gollwitz (MZV) In Israel gibt es noch immer zehntausende Überlebende des Holocaust - und jeder einzelne von ihnen hat bewegende Geschichten zu erzählen. Geschichten, die es wert sind gehört zu werden - die gehört werden müssen und niemals in Vergessenheit geraten dürfen.

Aus diesem Grunde lud das Schloss Gollwitz kürzlich in Kooperation mit der israelischen Organisation Amcha (hebräisch für "Dein Volk") zu einem Zeitzeugengespräch mit den drei Holocaust-Überlebenden Reuven Reiter, George Sheffi und Richard Hirschborn. Alle drei eint neben der Geburt in Deutschland und der späteren Übersiedlung nach Israel das Schicksal, unter der Herrschaft der Nationalsozialisten unfassbare Gräuel miterlebt zu haben. Der Einladung nach Gollwitz folgten die drei nun, um den nachfolgenden Generationen das Erlebte verständlich zu machen.

So berichtete Reuven Reiter von den Repressalien der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung Mitte der 1930er Jahre. Von kleinen, vom Staat zwischen die Beine geworfenen Knüppeln, die sich schnell zu einer ernsten Bedrohung der in Deutschland lebenden Juden entwickelten. Er berichtete vom Verbot des Betretens öffentlicher Plätze, über den Ausschluss aus der Schule bis hin zur Zwangsarbeit im Übergangslager Theresienstadt. Über seinen Vater, der bereits 1938 verhaftet wurde und später an den Folgen dessen verstarb. Davon, dass die Nazis ein den jüdischen Traditionen folgendes Begräbnis verboten. Von der Übersiedlung nach Israel 1948 und dem Aufbau eines neuen Lebens in einem fernen Land.

Dies gelang Reuven Reiter, dem die Stimme während seiner Schreckensberichte mehrmals versagte, in den letzten 65 Jahren unterm Strich außerordentlich: "Es geht mir gut, ich bin zufrieden mit meinem Leben", resümierte der zwölffache Urgroßvater. Ein schicksalhaftes Menschenleben also - inklusive Happy End.

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